Calbe l Nach zwei schmerzlichen Niederlagen in der Vorsaison konnten sich die Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt nun revanchieren. Sie gewannen das Salzland-Derby bei der TSG Calbe mit 26:23 (13:12). Am Ende waren es Nuancen, die ein umkämpftes Prestigeduell zugunsten der Staßfurter entschieden.

Konsequent im Abschluss

Die Kleinigkeiten wurden vor allem in Halbzeit zwei deutlich. Hier präsentierten sich die Rot-Weissen konsequenter im Torabschluss und hatten mit Calvin Kleineidam auch einen Torhüter zwischen den Pfosten, der mehrfach gut parierte. „Aufgrund der zweiten Halbzeit war der Sieg der Staßfurter verdient. Wir haben unser Abwehrzentrum einfach nicht dicht bekommen und zu viele klare Chancen liegen lassen“, analysierte Calbes Trainer Hannes Krausholz nach der Partie.

In Hälfte eins lieferten sich beide Mannschaften zuvor in der nicht ganz ausverkauften Hegersporthalle ein munteres Hin- und Her. Mathias Walter gelang nach 37 Sekunden der erste Treffer für die TSG, die sich bis zur 10. Minute auf 5:2 absetzte. Die Gäste aus Staßfurt agierten bis dahin nervöser, fanden aber immer besser in die Partie. Vor allem in ihrem stark besetzten Rückraum steigerten sich die Rot-Weissen. Hatten die Calbenser Robert Reiske noch einigermaßen gut im Griff, zog Marcus Peschke im Angriffsspiel klug die Fäden und vor allem Neuzugang Tim Steffen blühte regelrecht auf. Vier Tore gelangen dem Rechtshänder allein in der Schlussphase der ersten Halbzeit. Die Folge war eine knappe 13:12-Pausenführung des HV Rot-Weiss.

Und aus der Kabine kamen die Gäste ebenfalls einen Tick entschlossener. Dementsprechend verschafften sich die Bodestädter auch ein kleines Polster – 22:18 (45.). Grundlage waren konsequente Angriffsaktionen, die erwähnten Paraden von Kleineidam und vor allem auch die haarsträubenden Fehler der TSG, die mehrere aussichtsreiche Tormöglichkeiten regelrecht versemmelten. Zudem hatten die Staßfurter auch noch ein Ass im Ärmel. Denn der kroatische Neuzugang der Gäste, Danijel Arapovic, bekam seine ersten Einsatzminuten. Dies bedeutete nochmals eine Qualitätssteigerung im Rückraum des HV. Der 33-Jährige erzielte nicht nur zwei Tore, sondern packte auch in der Defensive beherzt mit an.

Calbe hält dagegen

Dies zog den Calbensern, auch wenn sie weiter kräftig dagegenhielten und nochmal bis auf 23:25 (57.) verkürzen konnten, endgültig den Zahn. „Die Staßfurter hatten permanent zwei Rückraumspieler, die funktioniert haben“, stellte auch Hannes Krausholz fest.

Sein Staßfurter Pendant, Sebastian Retting, ballte unterdessen die Fäuste in Richtung Publikum und war am Ende gleichermaßen stolz und glücklich. „Es tut schon gut, hier zu gewinnen. Gerade weil wir die vergangenen Spiele gegen Calbe verloren haben. Es war aus meiner Sicht ein gutes Derby. Es macht Spaß, in dieser Halle zu spielen“, verwies der Rot-Weiss-Coach auch auf die gute Stimmung in Calbe. Und was war der Schlüssel zum Sieg? „Wir haben gut verteidigt und Calvin Kleineidam hat vielleicht ein paar Bälle mehr gehalten als die gegnerischen Torhüter“, so Retting.

TSG Calbe: Bertram, Wiederhold – Walther (2), Barby, Krause (1), Rätzel, Held, Schülke (1), Recker (2), Weiß (1), Sowa (2), Kralik (5), Wiedon (1), Reiske (8)

HV Rot-Weiss Staßfurt: Schliwa, Kleineidam – Stapf, Peschke (1), Reiske (8), Ernst, Jacobi (2), Steffen (8), Steinbrink, Rach, Strnad, Schöne (3), Arapovic (2), Meißner (2)

Siebenmeter: Calbe 3/1 – Staßfurt 3/2

Zeitstrafen: Calbe 3 – Staßfurt 5