Calbe l Zum Ende der Hinserie belegen die Saalestädter den ersten Rang, doch Trainer Andreas Wiese traut seiner Mannschaft weitaus mehr zu. Wer hätte damit vor der Saison gerechnet? Zum Abschluss der Hinserie der Sachsen-Anhalt-Liga belegen die Handballer der TSG Calbe den ersten Rang und wurden somit auch Herbstmeister. In 14 Spielen kassierte die TSG nur zwei Niederlagen und hat drei Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten HV Rot-Weiss Staßfurt. Wenn es allerdings nach Trainer Andreas Wiese geht, wäre deutlich mehr möglich gewesen.

„Tabellarisch stehen wir sehr gut da, keine Frage“, meint Wiese, „aber wir könnten noch besser da stehen, wenn wir das erste Spiel nicht so unglücklich verloren hätten.“ Dabei war die TSG gut vorbereitet, trainierte immer wieder in Intervallen. Neben Neuzugang Jan Illig rutschte auch Eigengewächs Marc Fritz in den Kader. Doch im ersten Spiel der Saison war der Wurm drin. Zehn Spieler und zwei Torhüter reisten zum Spiel nach Kühnau. Die Schwächen, die sich bereits in der Vorbereitung abzeichneten, waren deutlich zu spüren. Zum Saisonstart war das noch die Abwehr, die sich immer weiter verbesserte und zum „Goldstück“ der TSG wurde.

Mit 20:22 verlor die TSG das Spiel gegen die SG Kühnau und startete mit einer Niederlage. Am zweiten Spieltag bewies die TSG dann aber, wozu sie in der Lage ist. Der amtierende HVSA-Pokalsieger BSV 93 Magdeburg wurde in überzeugender Manier mit 34:26 aus der Hegersporthalle geschossen.

Staßfurt-Spiel bleibt im Kopf

Das vermeintlich größte Highlight stand dann direkt am dritten Spieltag an. Dort reiste die TSG zum Absteiger aus der Mitteldeutschen Oberliga HV Rot-Weiss Staßfurt. „Das ist mir im Kopf geblieben. Die Atmosphäre war geil und wir waren quasi der Underdog“, meint Wiese. Doch davon war kaum etwas zu sehen. Die TSG bewies früh, dass sie mit den Topteams mithalten kann. „Wir sind nicht nur in Staßfurt sehr mannschaftlich Geschlossen aufgetreten“, erklärt der Coach. Genau da liegen die Stärken. Staßfurt wurde förmlich überrannt. Doch so erging es nicht nur den Rot-Weissen. Auch Aufsteiger HSG Osterburg bekam die volle Power der Calbenser zu spüren. In der heimischen Halle waren die Ost-Altmärker chancenlos. Calbe siegte mit 37:23.

Den zweiten Dämpfer der Saison fügte die SG Spergau der TSG zu (19:26). Zu diesem Zeitpunkt thronte Spergau noch auf Platz eins, war ungeschlagen. Danach starteten die Calbenser eine enorme Siegesserie. Neun Erfolge am Stück sorgten zum Ende der Hinrunde dafür, dass die TSG sich auf Platz eins festsetzte. Dabei waren Siege gegen die SG Lok Schönebeck (28:24), TuS Radis (21:20) oder den HSV Magdeburg (33:24).

Aber was unterscheidet die TSG Calbe von den anderen Vereinen, denen zum Jahresende mehr und mehr die Puste ausging? Trainer Wiese weiß, woran es liegt: „Wir kommen viel über den Teamgeist. Aber auch die Physis ist ein wichtiger Bestandteil.“ Somit zahlt sich die Vorbereitung doch aus, zur Freude aller, die zu Calbe halten.

Innenblock als wichtiger Bestandteil

Ein weiterer wichtiger Erfolgsgarant ist der Mittelblock um Nils Rätzel und Martin Sowa, sowie die Torhüter Daniel Bertram und Stefan Wiederhold, die den einen oder anderen Punkt sicherten. Aber auch vorne läuft es. Mit Maximilian Weiß steht der zweitbeste Schütze der Liga in den Reihen der Saalestädter. 100 Tore in 13 Spielen erzielte der Linksaußen. Das entspricht einem Durchschnitt von 7,69 Toren pro Spiel. Dennoch sieht Wiese „Luft nach oben“.

Da die Stammbesetzung aber in Takt ist und die Aufgaben souverän meistert, setzt Wiese auf die Jugend. So kamen Niklas Lehmann, der bereits ein altbekannter ist und Robin Jesdinsky aus der eigenen A-Jugend zu Einsatzzeiten in der Sachsen-Anahlt-Liga.

Nach der Arbeit, kommt aber erstmal die Erholung. Denn Coach Andreas Wiese gab seiner Mannschaft frei. Erst am 7. Januar starten die Calbenser in die Vorbereitung für die Rückrunde. Weiter geht es für Calbe am 26. Januar gegen den BSV 93 Magdeburg.