Schönebeck l Wer noch Haare hatte, musste sich schon mehrmals durch die selbigen raufen, um sich als geneigter Beobachter den nonverbalen Frust vom Körper zu schütteln. Kevin Krause hatte sich das schön gedacht. Bei einem Konter in der 59. Minute setzte der Schönebecker zum Pass zum völlig freien Mario Meißner an, übersah dabei aber den einzigen mitgelaufenen Gegenspieler, dem er den Ball direkt in die Arme warf.

Das war symbolisch. Das Spiel war in dieser Phase bereits entschieden. Der Gast BSV 93  Magdeburg führte 30:22 und gewann am Ende 31:22 (14:11). Viel zu hoch fiel die Niederlage für Lok aus. Auch Trainer Henning Stapf griff nach dem Spiel zu markigen Worten. „Das war teilweise Kindergarten-Handball. Insgesamt gab es 15 bis 20 Abspielfehler.“ So konnte es natürlich nichts werden mit der Revanche gegen die starken Magdeburger.

Stapf: "War Feuer drin"

Dabei war den Schönebeckern in der ersten Halbzeit das Fehlen von „drei etatmäßigen Stammspielern“ kaum anzumerken. Bis zum 10:11 (20.) war die SG Lok ja dran am Gegner. „In der ersten Halbzeit war Feuer drin.“ Die Chancen waren trotz des Umbaus da.

Weil Martin Schröder (Innenbanddehnung im Knie) fehlte, musste Mario Meißner wie schon vor einer Woche als Aufbauspieler in die Mitte rücken. Marvin Ernst und Jan Bauer begleiteten ihn im Rückraum auf den Halb-Positionen. Und als Meißner auf seine Stammposition Rechtsaußen rückte, durfte dann auch Kreisläufer Robin Riedel sich mal in der Mitte ausprobieren. Ja, Stapf rotierte viel. „Phasenweise haben wir es gut gelöst. Für die Zukunft kann man darauf aufbauen.“

Nur sieben Feldspieler

Aber gerade zum Ende der Partie war dem Spiel der SG Lok doch anzumerken, dass viele Spieler nicht auf ihren Stammpositionen spielten. Schließlich fehlte auch der wichtige Rückraumspieler Toni Warschkau. Er verletzte sich vor einer Woche im Spiel gegen den USV Halle II am Knie. Am Sonnabend wurde ein MRT gemacht. Möglicherweise ist das Kreuzband verletzt. Auch Sebastian Roost hatte erneut Knieprobleme. Er stand zwar im Protokoll, spielte aber keine Minute. Und weil auch Christian Rabe fehlte, hatte Stapf im Grunde nur sieben Feldspieler, da auch Stefan Kazmierowski nur als absoluter Notnagel auf der Bank saß. Natürlich wäre unter diesen Umständen „alles andere als eine Niederlage überraschend gewesen“, wie Stapf sagte. „Mit einer Niederlage mit vier oder fünf Toren wäre ich zufrieden gewesen. Aber so ist es traurig, dass wir viel zu hoch verloren haben. Da gibt es Redebedarf.“

Es muss geklärt werden, warum seine Spieler nicht mit der nötigen Konsequenz ihre Angriffe ausgespielt haben, warum sie manchmal so leichtfertig ihre Gelegenheiten wegwarfen. Trotzdem: „Es verdient Respekt und Anerkennung, wie sich die Mannschaft trotz der vielen Ausfälle gewehrt hat.“ Ja, das Spiel war trotz des Pokal-Aus lehrreich. Das Letztgesagte bleibt immer hängen. So war es bezeichnend, dass Henning Stapf das Lob für die Mannschaft ans Ende stellte. Auch aus der klaren Pleite gegen den BSV Magdeburg nimmt die SG Lok viel mit.
Schönebeck: Knörich, Illig - Schulz, Bauer (2), Roost, Riedel (4), Meißner (2), Karau (2), Ernst (5), Kazmierowski, Krause (7/2)
Siebenmeter: Lok 2/2 - BSV 2/2; Zeitstrafen: Lok 2 - BSV 2