Schönebeck l Dirk Schedlo kann noch immer nicht in Köpfe hereinschauen und dort Botschaften hinterlassen. Wenn der Trainer der Handballerinnen der SG Lok Schönebeck das könnte, hätte er vielleicht eine kleine Erklärung dafür, was da am Sonnabend eigentlich passiert ist. Im Achtelfinale gegen den Liga-Kontrahenten FSV Magdeburg aus der Sachsen-Anhalt-Liga gingen die Schönebeckerinnen sang- und klanglos mit 18:36 (10:19) unter.

Schedlo war ein bisschen fassungslos. „Das war die schlechteste Mannschaftsleistung seit zwei Jahren. Die Einstellung hat nicht gestimmt, von der ersten Minute an. Eigentlich müssen wir uns beim Publikum für diesen Auftritt entschuldigen.“ „Unterirdisch, unerklärlich“, waren dann noch Worte, die Schedlo im Zusammenhang mit dem Auftritt der Lok eingefallen waren. Der spielerische Einbruch kam vor allem in der Heftigkeit überraschend, weil die SG Lok doch in der Liga seit Wochen mit tollen Auftritten glänzt. Fünf Siege in Folge feierte Schönebeck da zuletzt. Und im Pokal? War alles Gute vergessen. „Als ob sie eine Woche frei gehabt hätten.“

Viele einfache Ballverluste

Dutzende technische Fehler produzierten die Gastgeber, einfache Ballverluste luden die Magdeburgerinnen immer wieder zu leichten Gegentoren ein. Gegenwehr gab es nie. Immer sah es so aus, als ob einige Spielerinnen mit dem Kopf nie in der Partie waren. Lag die schlechte Leistung vielleicht auch daran, dass mit Carolin Schedlo und Katharina Depta Leistungsträgerinnen gefehlt haben? „Das ist absolut keine Entschuldigung“, meckerte Schedlo. „Die Spielerinnen von der Bank hatten ihre Chance und haben sie nicht genutzt. Ich muss das so klar sagen. Die Vorgaben vom Training wurden nicht umgesetzt.“

Zu allem Überfluss gab es neben der schmerzhaften Klatsche auch noch Verletzte. „Das wiegt schlimmer als die Blamage.“ Erst musste Vivien Goldgraebe vom Feld humpeln, sie war mit dem Fuß umgeknickt. Später konnten auch Janka Bauer (Muskelprobleme) und Cindy Degen (Schulterprobleme) nicht mehr weiter spielen. Das trübte die Stimmung noch mehr.

Heute Abend nun steht die erste Trainingseinheit nach der Schmach an. Gibt es da eine gepflegte Kopfwäsche? Wird Dirk Schedlo sich seine Spielerinnen so richtig zur Brust nehmen? „Ich bin richtig sauer“, sagt der Coach zwar. „Aber rumbrüllen bringt nichts. Wir werden das sachlich auswerten und eine Fehleranalyse betreiben. Fakt ist aber, dass das nicht so einfach abzuhaken ist. Das wird noch lange nachhängen.“ Nicht nur bei ihm, auch bei den Spielerinnen der SG Lok.

Lok: Nowicki, Krakau - Degen (4), Sejdovic, Va. Goldgraebe (3), Bauer (1), Bertelmann, Krause (2/2), Stagge (1), Vi. Goldgraebe, Schrader, Kümüs (2), Hoffmann (4), Bullert (1)

Siebenmeter: Lok 5/2 - FSV 4/3; Zeitstrafen: Lok 2 - FSV 4