Schönebeck/Staßfurt l Das letzte Tor des Tages hat Dirk Schedlo schon gar nicht mehr gesehen. Der Coach der SG Lok Schönebeck umarmte seine Spielerinnen auf der Bank schon vor der Schlusssirene innig. Die Emotionen mussten heraus. Nach einem engen Derby gegen den HC Salzland 06, das knapp mit 24:20 (10:7) an die Schönebeckerinnen ging. Und nach einer guten Spielzeit, die damit auf Platz fünf beendet wurde.

„Wir sind mannschaftlich geschlossen aufgetreten, als es schwierig wurde“, begründete Schedlo den Erfolg. Auch die breitere Bank brachte am Ende einen Vorteil, wie auch Salzland-Trainerin Sylvia Breitenstein einschätzte: „Bei uns ist kurzfristig noch Mareike Fiedler ausgefallen, das hat sich schon bemerkbar gemacht. Uns haben dann einfach ein paar Wechseloptionen gefehlt zum Ende. Ein Unentschieden wäre gerechter gewesen.“

Was Breitenstein erneut loben konnte, war die „super kämpferische Leistung.“ Denn die Gäste haben „sich nie unterkriegen lassen“. Auch nicht nach dem Start, der alles andere als optimal verlief. Zwar stand Salzland defensiv gut, genau wie die SG Lok, in den ersten 13 Minuten gelangen jedoch nur zwei Treffer. Lok führte 6:2. „In der ersten Halbzeit hatten wir schon einige Schwächen im Abschluss, haben das in einer Auszeit aber nachjustiert“, sagte Breitenstein.

Insgesamt kamen die Gäste bis zur Pause aber nur auf sieben Treffer. Auch die Lok-Frauen blieben offensiv sicher etwas hinter ihren Erwartungen, waren im Konterspiel zu selten erfolgreich. Doch die Defensive war eben auf beiden Seiten das Prunkstück. Die stabile 6:0-Deckung der Lok brachte die Gäste phasenweise fast zur Verzweiflung. Nur selten, wie bei einem Querpass von Darleen Spiegel auf Joan Voigt zum 6:9 (29.), boten sich einmal Lücken.

Seitenwechsel

Deutlich mehr davon gab es dann nach dem Seitenwechsel. Denn Schedlo ließ einige seiner Stammspielerinnen unten und gab auch der „zweiten Reihe“ eine Chance. „Alle Spielerinnen haben es sich verdient, nochmal zu spielen“, sagte Schedlo. „Ich hatte nie das Gefühl, dass wir das Spiel noch aus der Hand geben könnten.“ Dennoch kam der HCS vor allem durch Tore von Stevie Mittwollen, die es laut der Trainerin „sehr gut gemacht“ hat, wieder heran. Spiegel erzielte den ersten Ausgleich (12:12, 38.), Juliane Schuldes brachte den Tabellenvorletzten sogar mit 14:13 in Führung (41.).

In dieser Phase waren die Teams ebenbürtig. Immer wieder legte Lok vor, doch die Staßfurterinnen hatten die passende Antwort. Bis zum 20:20 (54.) war alles offen. Dann trafen in der Schlussphase aber nur noch die Gastgeberinnen. „Entscheidend war, dass ich dann wieder auf meine Stammformation umgestellt habe“, so Schedlo. Beim HC Salzland fehlten dann nicht nur die Kräfte, sondern nach der schwierigen Saison auch etwas das Selbstvertrauen, das bei der SG Lok Schönebeck sichtlich vorhanden war.

Lok: Krakau - Kracht (3), Va. Goldgraebe (1), Depta (5), Bertelmann, Krause (3), Sauer (5), Stagge (1), Vi. Goldgraebe, Moschner (1), Hoffmann (3), Bullert (2)

Salzland: Braune, Ellermann, Grenzer - Schuldes (3), Friedrichs, Mittwollen (5), Nahrendorf (1), Spiegel (5), Kriebel, Voigt (4), Hähnel (2)

Siebenmeter: Lok 5/4 - Salzland 0 Zeitstrafen: Lok 0 - Salzland 3