Schönebeck l Dabei sah es für die Elbestädter - zumindest bis zur Halbzeitpause - so aus, als dürften sie sich Hoffnungen auf einen Punktgewinn machen.

Rückstand gedreht

Denn die Schönebecker gingen durch Nico Haverland, der am Ende mit sieben Toren bester Werfer seines Teams war, mit 1:0 in Führung. Anschließend egalisierten die Hallenherren auch einen 1:3-Rückstand und gingen später durch Denny Schulz (8:7/ 22.) selbst wieder in Front.

Waren die Tore auf Seiten der SG Lok bis dahin auf mehrere Schultern verteilt, schwang sich Neuzugang Christian Heimesath im Anschluss zum Alleinunterhalter auf. Der Rückraumspieler erzielte die weiteren vier Treffer des Gastgebers bis zur Pausensirene und sorgte damit auch dafür, dass es spannend blieb – 12:13. Heimesath unterstrich damit, dass er im weiteren Saisonverlauf die dringend benötigte Verstärkung im Rückraum seines Teams sein kann.

Doch nach dem Seitenwechsel stellten sich die Gäste besser auf Heimesath ein. „Sie haben ihn dann gut aus dem Spiel genommen“, honorierte auch Lok-Coach Sebastian Roost die nun deutlich verbesserte Abwehrleistung des Kontrahenten. Allerdings musste der Trainer auch mit ansehen, dass seine Sieben es im Angriff immer öfter mit der „Kopf-durch-die-Wand-Methode“ probierte. Soll heißen, die SG rannte sich immer wieder in der gegnerischen Deckung fest und kam dadurch nur noch mit viel Mühe zu klaren Tormöglichkeiten. „Genau das wollte ich nicht sehen. Wir haben zu viel getippt und zu wenig gespielt“, ärgerte sich Roost.

Dessen Team ermöglichte Radis somit, sich schnell auf fünf Tore abzusetzen (18:13/ 36.). Das bedeutete praktisch schon die Vorentscheidung. Die Gäste ließen Schönebeck im weiteren Spielverlauf nämlich regelrecht am langen Arm verhungern: „Wenn man diese Mannschaft auf fünf Tore wegziehen lässt, hat man fast keine Chance mehr“, konstatierte Sebastian Roost nach dem Spiel.

In der Tat hatte man im weiteren Spielverlauf permanent das Gefühl, dass Radis nur noch das Nötigste tat und jederzeit hätte noch zulegen können. So kamen die Schönebecker nicht mehr dazu, entscheidend zu verkürzen, um der Partie doch noch einmal Spannung einzuhauchen. „Kämpferisch war es eine super Leistung meiner Mannschaft. An unserem Zusammenspiel müssen wir im Training noch weiter intensiv arbeiten“, so Roosts Fazit. Und Zeit zu trainieren bleibt genug, die SG Lok spielt erst am 2. November wieder.

SG Lok Schönebeck: Dobertin, Knörich - Heimesath (5), Kessel, Schulz (3), Bauer (4), Ernst (4), Haverland (7), Forth, Bullmann (1), Riedel (4), Thiedig, Willner, Meyer

Siebenmeter: Schönebeck 2/1 - Radis 7/5

Zeitstrafen: Schönebeck 3 - Radis 5