Schönebeck l In der Halle herrschte eine Stimmung, die mit einer ausgelassen Feier verglichen werden konnte. Die Zuschauer kamen aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus. Und auch die Spielerinnen des Sachsen-Anhalt-Ligisten SG Lok Schönebeck lagen sich in den Armen und realisierten so langsam, was gerade passiert war. Mit 23:22 schlugen die Schönebeckerinnen den Magdeburger SV 90, obwohl die Elbestädterinnen zur Halbzeit noch mit zwei Toren zurücklagen (9:11).

„Wir haben dem Gast aus Magdeburg in den ersten 45 Minuten einfach gewähren lassen“, fasste Dirk Schedlo, der Trainer der SG Lok, zusammen. Denn seine Mannschaft zeigte zwar gute Ansätze, dabei blieb es aber auch. Des Öfteren ärgerte sich Schedlo an der Seitenlinie. „Der Schiedsrichter ist Luft. Renn ihn um“, rief der Trainer seiner Spielerin Maida Sejdovic zu, als die Linksaußen nach einem langen Ball von Torhüterin Liza Nowicki den Laufweg des Unparteiischen kreuzte, kurz stoppte und dann nicht mehr an den Pass gelangte.

Acht-Tore-Serie bringt den Erfolg

Und was bei den Gastgebern nicht funktionierte, machten die Gäste aus Magdeburg besser. Mit langen Bällen spielte der MSV viele Konter, die zu Toren vollendet wurden. Scheiterte die SG Lok beim Torewerfen, flog der Ball präzise und direkt zu den Offensivspielerinnen und landete im Tor. Ein ums andere Mal verhinderte Liza Nowicki einen größeren Rückstand und bekam nach dem Spiel ein extra Lob vom Coach: „Liza war der Garant für den Erfolg, den Grundstein legte die Abwehr.“ Ohne wirklichen Druck in der Abwehr und im Angriff gingen die Schönebeckerinnen mit zwei Toren Rückstand aber in die Pause.

Der Beginn der zweiten Hälfte war weiterhin verhaltend. „Es war keine Konsequenz in der Abwehr“, sagte Schedlo und musste mit ansehen, wie sein Team den Anschluss verlor. Der Coach war inzwischen ruhig geworden und saß auf der Bank. Auf sieben Tore war der Gast davon gezogen (14:21, 45.). Doch dann begannen die Gastgeberinnen eine Serie zu starten, über die nach dem Spiel noch lange erzählt wurde. Tor um Tor erzielte die SG Lok und der Gast konnte nur zusehen. „In den letzten 15 Minuten haben wir den Zugriff bekommen und waren in der Defensive und im Angriff klar besser“, bilanzierte der Trainer. Ein Lob bekam zudem Vivien Goldgraebe die im Rückraum „auch Bälle verlor, aber diese dann wiederholte“.

Mit acht Toren in Folge stelte die SG Lok die Weichen auf Sieg (22:21). Sehr zur Freude der Zuschauer und des Trainers. Carolin Schedlo markierte den 23:22-Endstand. „Die Damen haben geziegt, dass sich Training, was Tempo und Fitness angeht, auszeichnet. Auch wenn sie oft darüber stöhnen“, so Schedlo.

SG Lok: Nowicki - Sejdovic (1), Vanessa Goldgraebe (1), Schedlo (9), Depta (3), Bertelmann, Krause, Vivien Goldgraebe (5/2), Hoffmann (2), Bullert

Siebenmeter: SG Lok 3/2 - MSV 5/4

Zeitstrafen: SG Lok 3 - MSV 2