Schönebeck l Er schlug die Hände über den Kopf zusammen, hämmerte mit der Faust gegen die Wand. Ein anderes Mal trat Sebastian Roost mit voller Wucht gegen die Wand der Franz-Vollbring-Halle. Doch nicht nur der Coach des Handball-Sachsen-Anhalt-Ligisten SG Lok Schönebeck war mit der Leistung seiner Mannschaft unzufrieden. Auch Hallensprecher Lutz Bauer machte seinem Frust über die Lautsprecheranlage Luft. Im Anschluss wurde auch keine Musik über die Boxen gespielt, auch das fiel aus. Die Schönebecker verloren das letzte Heimspiel des Jahres 2019 nämlich mit 23:29 (13:15).

Keine Erklärung gefunden

Und während der Gast laut „Auswärtssieg“ skandierte, war die Stimmung bei den Schönebeckern getrübt. „Wir schmeißen das Spiel leichtfertig weg. Ich rede mir den Mund fusselig, aber nichts passiert. Woran es liegt, kann ich einfach nicht erklären“, suchte Roost nach einer Lösung für den recht schwachen Auftritt seiner Mannschaft.

Doch das Unerklärliche begann erst nach gut 25 Minuten. „Vorher hatten wir eine super Abwehr“, beobachtete Roost, denn die Anfangsphase gestalteten beide Teams offen. Doch danach brach die SG Lok immer weiter ein. Zur Pause lagen die Schönebecker bereits mit zwei Toren in Rückstand (13:15).

Bereits in der Phase kurz vor der Pause waren die Schwächen des Gastgebers deutlich zu erkennen. Das hat auch der Übungsleiter mitbekommen: „Das Problem ist nicht die Abwehr. Wir werfen vorne die Bälle zu leicht weg, machen viel zu viele technische Fehler und die Chancenverwertung war eine Katastrophe“, bemängelte Roost.

Halle kam so immer wieder zu einfachen Toren. Die schnellen Konter waren ein gutes Mittel. Weil aber die Schönebecker vor dem Kasten teils freie Möglichkeiten liegenließen, blieb der Gast weiter am Ball, baute die Führung aus und geht somit guten Gewissens in die Vorweihnachtszeit. Deutlich kühler war dagegen die Stimmung bei den Schönebeckern, die durch die Niederlage weiterhin auf dem vorletzten Platz in der Tabelle stehen.