Haldensleben/Calbe l In der Liga machten die Handballer der TSG Calbe einen großen Schritt. Das Derby und Top-Spiel der Sachsen-Anhalt-Liga gegen den HV Rot-Weiss Staßfurt wurde mit 19:16 gewonnen. Die Euphoriewelle soll nun genutzt werden, um auch im HVSA-Pokal in das Halbfinale einzuziehen. „Wir denken von Spiel zu Spiel. Wir haben uns bis Dienstag auf den Sieg ausgeruht und haben dann mit der Vorbereitung angefangen“, verrät TSG-Coach Andreas Wiese. Denn der Gegner ist keinesfalls Laufkundschaft. Die Calbenser sind am Freitag zu Gast beim HSV Haldensleben, dem Tabellenzweiten der Verbandsliga Nord (Anwurf 19 Uhr).

Den Gegner genau unter die Lupe genommen

Und Wiese wäre nicht Wiese, wenn er den Gegner nicht akribisch beobachtet hätte. Denn während andere an einem Freitagabend vor dem Fernseher sitzen oder sich auf die Disco vorbereiten, machte sich der Übungsleiter auf nach Oebisfelde, um den Gegner spielen zu sehen. Zurück kam Wiese mit neuer Erkenntnis: „Das ist eine starke Truppe. Sie geben nie auf. Mit David Stolze haben sie jede Menge Erfahrung. Auch die Torhüter sind gut“, fasst Wiese die Beobachtungen zusammen.

Und bereits in der Vorbereitung zur neuen Saison trafen beide Teams aufeinander. „Das war sehr torreich“, erinnert sich der Coach zurück. Und Wiese denkt auch, dass es dieses Mal wieder so kommen kann.

Das der Pokal allerdings nicht den ganz hohen Stellenwert hat, zeigt sich auch bei der TSG. Nicht etwa bei der Einstellung, sondern beim Personal. Denn Wiese verspricht, „dass Spieler von Anfang an spielen werden, die ansonsten nicht so viel Einsatzzeit bekommen“. Dazu zählen unter anderem Marc Fritz und Christoph Borzucki. Fritz, ein Nachwuchsmann aus der eigenen Jugend, wird langsam an die Verhältnisse der Sachsen-Anhalt-Liga herangeführt. Daher kommen diese Spiele gelegen. Bei Borzucki sieht das allerdings etwas anders aus. Beruflich ist der TSG-Akteur stark eingespannt, ist zu Spielen oder beim Training nur selten da. Aber auch im Rückraum wird es Veränderungen geben, mehr verriet Wiese dann aber doch nicht. „Es geht mehr um den Faktor, dass sich Abläufe besser einprägen. Sie sollen sich einfach einspielen.“

Damit ist klar, dass auch bei der TSG Calbe der Pokal nicht den höchsten Stellenwert hat: „Wir nehmen teil, gehen aber auch mit dem Anspruch ran, jedes Spiel zu gewinnen“, versichert der Trainer. Und die Chancen stehen gut, denn die TSG geht als Favorit in die Partie, das bestätigt auch Wiese.

Und während es bei seiner Mannschaft läuft, stockt es beim HSV Haldensleben etwas. In der Liga reichte es in den vergangenen zwei Spielen jeweils nur zu einem Remis. Die Teams? Wacker Westeregeln (32:32) und der SV Oebisfelde 1895 II (31:31), beides Teams aus der unteren Tabellenhälfte.

Nicht nur ligatechnisch, sondern auch von den Ergebnissen her sollte für die TSG der Einzug in die nächste Runde machbar sein. Und nach dem Debakel im Vorjahr, als die TSG Calbe die beiden Finalspiele gegen den BSV 93 Magdeburg verlor, ist der Ansporn da, das Finale zu erreichen.