Schönebeck l Kurz hob sich die sonst ruhige Stimme von Dirk Schedlo hörbar. Ob die Handballerinnen der SG Lok Schönebeck aus der Sachsen-Anhalt-Liga denn eigentlich auch zwischen den Feiertagen trainiert hätten, war die Frage an den Trainer. „Auf keinen Fall“, antwortete Schedlo. „Wir haben die Zeit zur Regeneration genutzt.“ Schließlich hatte Schönebeck vor Weihnachten mit ein paar Verletzungssorgen zu kämpfen. „Hoch die Beine“ hieß es also bei der SG Lok. Passend zur besinnlichen Zeit um den Jahreswechsel. Vielleicht war das auch mental gesehen ganz gut, sich nach einer großartigen Hinrunde neu einzustellen, wieder Lust zu bekommen, beziehungsweise den Hunger auf Erfolge zu bewahren.

Klar ist aber auch: Motivierende Worte für das Spiel gegen den Dessau-Roßlauer HV (Anwurf 15.30 Uhr) braucht es kaum. Denn mehr Spitzenspiel geht nicht. Punktgleich liegen die beiden Teams an der Tabellenspitze. Nur wegen des besseren Torverhältnisses liegt Dessau vorn. „Ja, das ist ein Spitzenspiel“, erklärt Schedlo. „Das hat sich meine Mannschaft erarbeitet und verdient und ich hoffe, dass sie das auch zeigen kann.“

Dessau ohne Schwächen

Für Lok wird es die ultimative Nagelprobe. Das Hinspiel am 1. Spieltag hatte Schönebeck mit 22:31 verloren. Vor allem, weil die Abwehr der Elbestädterinnen nicht gut funktionierte. Darauf liegt auch heute das Hauptaugenmerk. „Wir dürfen Dessau nicht ins Rollen kommen lassen“, fordert Schedlo. Was leicht gesagt ist. Denn gerade gegen Dessau braucht es 60 Minuten volle Konzentration. Schedlo kann gar nicht so genau sagen, ob das Team stärker über Konter oder im Positionsangriff ist. „Dessau kann beides.“ Genau deshalb ist der DRHV Tabellenführer und genau das macht die Aufgabe so unangenehm. „Die Dessauerinnen sind schwer zu bespielen.“ Gleich vier bis fünf gefährliche Spielerinnen im Positionsangriff hat der Trainer ausgemacht.

Nach zuletzt wieder drei Siegen in Folge spricht das Selbstbewusstsein aber auch Bände. Wenn das schnelle Spiel der SG Lok funktioniert, wenn die zahlreichen Rädchen ineinandergreifen, dann kann Schönebeck das ultimative Spitzenspiel gewinnen. Davon ist auch Dirk Schedlo fest überzeugt. „Am Ende entscheidet die Tagesform.“ Klingt natürlich nach einer Phrase. Dass sich die SG Lok aber gegen den Vorjahreszweiten in diese Position gespielt hat, die Tagesform entscheiden lassen zu können, spricht nur für Schönebeck. Druck hat Lok kaum.

Heute ist es also an der Zeit für die Elbestädterinnen, sich für eine bisher herausragende Saison zu belohnen und die Tabellenführung zu übernehmen. Wer hätte das vor der Saison für möglich gehalten?