Schönebeck l Zehn Minuten der zweiten Hälfte waren absolviert, als Lok-Trainer Dirk Schedlo immer unruhiger wurde. Seine Mannschaft ließ nach und kassierte den 15:15-Ausgleichstreffer. Die Taktiktafel, die Schedlo gerade noch in der Hand hielt, hob der Coach über den Kopf und warf sie mit Schwung auf den Boden. Der darauf liegende Stift sprang in seine Einzelteile. Denn in dieser Phase drohte das Spiel zu Gunsten des SV Blau-Rot Coswig zu kippen. Ein guter Schlussspurt brachte den Handball-Frauen der SG Lok Schönebeck zwei Punkte ein, denn die Elbestädter schlugen den Aufsteiger mit 24:21 (13:9).

Dünne Personaldecke

„Wir hatten in der ersten Hälfte alles unter Kontrolle. Wir haben unser Spiel aus einer kontrollierten Abwehr heraus aufgezogen“, meinte der Coach. Drei Tore in Serie brachten Lok früh in Führung (3:0, 5.). Doch im Verlauf der ersten Hälfte verletzte sich Carolin Gress, die vorerst die Platte verlassen musste. Mit einer Bandage am Knie nahm die Rückraumspielerin auf der Bank Platz. Die Sorgenfalten bei Dirk Schedlo wurden indes immer größer. Denn nur neun Spielerinnen waren auf dem Spielberichtsbogen zu finden und somit auch nur zwei Wechsler. „Ich hatte keine Möglichkeit, auf den Ausfall zu reagieren“, klagte der Coach.

Sein Team spielte unbeeindruckt weiter und ließ den Aufsteiger nicht heran kommen. Mit vier Treffern Vorsprung ging es dann in die Kabine. Nach der Pause wollte es der Tabellenletzte aus Coswig noch einmal wissen. Tor um Tor spielte sich der Aufsteiger wieder heran und die Taktiktafel von Schedlo lernte fliegen. In der 49. Minute erzielte Anne Maria Graß die Führung für Coswig und stellte die Partie auf den Kopf.

Doch die Schlussoffensive der SG Lok hatte es in sich. Sechs Tore in Serie, an deren Ende Lilli Hoffmann den Treffer zum 23:18 erzielte, sorgte für die Entscheidung. „Wir haben gesehen, dass es auch gegen solche Teams nicht einfach ist“, so Schedlo. Im letzten Heimspiel des Jahres reichte es aber. „Wir haben uns würdig verabschiedet, aber ohne Glanz“, sagte der Coach im Nachgang.

SG Lok: Krakau - Kracht (2/1), Gress (1), Depta (3), Bertelmann, Sauer (5), Stagge (1), Hoffmann (8), Bullert (4/4) Siebenmeter: SG Lok 8/5 - Coswig 3/2 Zeitstrafen: SG Lok 1 - Coswig 2