Calbe l Zur Halbzeit lagen die Calbenser mit 13:16 im Hintertreffen, nach 60 Spielminuten stand es 27:27. Im Duell der beiden Sachsen-Anhalt-Ligisten kam es also am Ende so, wie Calbes Coach Andreas Wiese es im Vorfeld erwartet hatte. Dieser war von einer spannenden Partie ausgegangen. „Die Chancenverwertung hat den Ausschlag gegeben“, bekräftige Wiese seine Voraussage aus der Spielvorbereitung. Ärgerlich war für die TSG vor allem, dass man in der Verlängerung „fünf freie Würfe vergab“, berichtete Wiese.

Den Beginn verschlafen

Ausschlaggebend für die Niederlage war für Calbes Trainer aber die Anfangsphase der Partie. „Knackpunkt waren die ersten zehn Minuten. Wir sind gar nicht richtig ins Spiel gekommen und Radis hat uns förmlich überrollt. In der Phase haben wir ihnen den Eindruck vermittelt, dass für sie etwas möglich ist“, ärgerte sich Wiese. Dessen Team lag nach sieben Minuten schon mit 1:6 hinten.

Peu à peu kämpften sich die Saalestädter anschließend aber in die Partie. Mit Erfolg, denn nach 20 Spielminuten gelang Marius Schwarz der 10:10-Ausgleich. Bis zur Halbzeitpause legte der Gastgeber aber nochmal nach, so dass die TSG mit einem 13:16-Rückstand in die zweite Hälfte starten musste.

Nach Wiederbeginn schafften die Gäste aus der Saalestadt dann ein erneutes Comeback, so dass beim 22:22 (48.) wieder alles offen war. Beim 24:23 war es erneut Marius Schwarz, der die Calbenser erstmals im Spielverlauf in Führung brachte. Als Florian Lück, der mit neun Toren bester Torschütze der Gäste war, per Siebenmeter auf 25:23 erhöhte (53.), lebte der Finaltraum der Wiese-Sieben mehr denn je. Doch auch Radis hatte noch Benzin im Tank und so ging es am Ende mit 27:27 in die Verlängerung.

Doch dazu hätte es nicht kommen müssen, denn eine Schiedsrichterentscheidung verärgerte den Calbenser Trainer. „Marius Schwarz wurde beim letzten Angriff gefoult, es gab auch zwei Minuten für den Gegenspieler. Einen Siebenmeterpfiff gab es jedoch nicht“, berichtete Wiese und wunderte sich darüber, dass die Unparteiischen nicht entsprechend der Regeln entschieden.

Dennoch hatte die TSG in der Verlängerung beste Chancen, den Finaleinzug klarzumachen, doch dies gelang nicht, weil zu viele Chancen vergeben wurden, so dass es bis zur letzten Sekunde spannend blieb. Beim 31:32-Rückstand vergab Marius Harig den letzten Wurf. „Er hat unter Stress Verantwortung übernommen. Entscheidend war die Situation aber nicht. Wir verwerfen als Team zu viele freie Würfe“, so Wiese, der anfügte: „Schade, dass wir die Pokalendspiele verpasst haben.“

TSG Calbe: Wiederhold, Bertram – Walther (1), Fritz, Lück (9), Rätzel, Schwarz (5), Borzucki (1), Harig (4), Weiß, Sowa, Kralik (5), Illig (4), Reiske (2)

Siebenmeter: Radis 4/4 – Calbe 9/7

Zeitstrafen: Radis 7 – Calbe 6