Calbe l Der Heimnimbus der TSG-Handballerinnen ist dahin. Mit der schwächsten Chancenverwertung seit langem ging Calbe gegen den Konkurrenten ums Podium SV Union Halle-Neustadt II mit 24:31 (12:13) unter. Mehr als 40 Fehlwürfe darf man sich in einem Spitzenspiel einfach nicht leisten und so kassierte der Sachsen-Anhalt-Ligist seine erste Punktspiel-Niederlage in heimischer Halle seit Anfang März.

Spielerisch, da dürften sich die 99 Zuschauer in der Heger-Sporthalle einig gewesen sein, war es eine sehenswerte Begegnung zweier Teams, die zu Recht an der Tabellenspitze stehen. Engagiert in der Abwehr und blitzschnell im Umkehrspiel schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts. Rollte die zweite Welle erst einmal, gab es wenig später dann auch die Torchance, die Union allerdings erheblich besser verwertete als die Gastgeberinnen. „Das war unser eigenes Verschulden, wir haben das Tor einfach nicht getroffen“, kritisierte TSG-Trainerin Annett Schroeter, und wusste ganz genau, dass das an diesem Tag besonders weh tat. Saubere Parallelstöße, ein gelungenes Kombinationsspiel, alles lief perfekt, nur der Wurf landete entweder neben dem Tor oder in den Armen der gegnerischen Torhüterin, die exzellent mit ihrer Abwehr zusammen arbeitete. Insbesondere über die Außenpositionen fand diesmal überhaupt kein Ball den Weg ins Netz. Am Ende der ersten Halbzeit waren es lediglich die verdeckten Würfe von Stefanie Hüls, die die TSG in Schlagweite hielten.

Dass Calbe das hohe Tempo der Zweitliga-Reserve nicht noch einmal 30 Minuten mitging, war bereits am Ende der ersten Halbzeit spürbar. „Im Prinzip hat Union unser Spiel gezeigt. Den Ball schnell gespielt, sofort den Weg nach vorn gesucht und sicher verwandelt“, erkannte Schroeter an. Souverän und unbeirrt setzten sich die Gäste nach dem Wechsel auf 18:13 ab, während die TSG nach wie vor daran scheiterte, den Ball unterzubringen. Drei Treffer in 18 Minuten, daran ist einfach nichts schön zu reden. „Es ist ja nicht so, dass wir nicht bis zum Schluss schnelle Spielzüge gezeigt und gute Chancen gehabt hätten“, ärgerte sie sich.

Der Rückstand wuchs immer weiter und die hoch konzentriert angetretene Union-Sieben zeigte sich erleichtert, das Spiel unter Kontrolle zu haben. Die Calbenserinnen hingegen verließen resigniert die Platte, ärgerten sich vor allem über sich selbst. „Sicherlich kann man ein Spitzenspiel gegen diesen Gegner verlieren“, schätzte Schroeter ein, „aber das heute war einzig und allein unser eigenes Verschulden.“

TSG Calbe: Elisa Mennecke, Josephine Suchan – Juliane Gaul (2), Alicia Sophie Gröst, Stefanie Hüls (9/2), Linda Karlstedt, Christin Meier (1), Lisa-Marie Prokop (1), Antje Schreiber (2), Kristin Sroka (8), Mandy Wenzel, Marie Zilke (1)

Siebenmeter: Calbe 2/2, Halle-Neustadt 3/2, Zeitstrafen: Calbe 3, Halle-Neustadt 7