Calbe l Der Abstieg der TSG-Handballerinnen aus der Sachsen-Anhalt-Liga ist wohl kaum mehr aus eigener Kraft zu verhindern. Hatten es die Damen in der Partie gegen die Reserve des TSV Niederndodeleben bis zum Wechsel noch in der Hand, ergaben sie sich danach ihrem Schicksal und ließen den Gegner gewähren. Sie zementierten damit einen der dunkelsten Tage in der Geschichte des Frauenhandballs in Calbe. Ratlos verließen die Fans nach dem Spiel die Halle, die Trainer verärgert, die Spielerinnen enttäuscht. Eine Zuschauerin fasste es beim Hinausgehen in den Satz: „Wenn man sich so präsentiert, hat man auf Landesebene auch nichts verloren“. Mit 19:27 (12:13) verloren die Damen der TSG gegen den TSV Niederndodeleben II.

Gute Anfangsphase der TSG

Ärger und Enttäuschung bestimmten auch die Worte von Trainer Frank Falke nach dem Spiel: „Wir gehen unseren Weg nicht weiter, setzen einfach nicht das um, was wir vorher besprochen haben und auch während des Spiels immer wieder gefordert haben.“ Gemeinsam mit Co-Trainer Gunnar Lehmann hatte Falke ein geradliniges taktisches Konzept aufgestellt. Calbe spielte durchsetzungsstark, mit klaren Laufwegen und Bewegung auf allen Positionen. Die Abwehr stand sehr sicher, was die Gäste zu nervösen Wurfversuchen zwang. Als Klara Lehmann nach knapp zehn Minuten das 7:3 verwandelte, schien die Welt in der Hegersporthalle in Ordnung.

„Warum wir diese Linie dann aber verlassen und alles aufgeben, was wir uns erarbeitet haben, kann ich nicht verstehen“, ärgerte sich Falke. Mehr und mehr ließen sich die Saalestädterinnen das Spiel aus der Hand nehmen. Als die Seiten gewechselt wurden, lagen die Gastgeber einen Treffer hinten (12:13).

Statt nun alles in die Waagschale zu werfen, ergaben sich die TSG-Frauen dem Schicksal. „Im Angriff war keine Bewegung, weder mit noch ohne Ball. Jeder stand nur auf seiner Position“, ärgerte sich Falke. Von außen versuchte er, immer wieder neue Impulse hereinzubringen, letztlich kam er aber nicht durch. Mit einfachen, aber effektiven Spielzügen erhöhten die Gäste auf 19:13 (40.) und hatten sich damit ein ordentliches Polster geschaffen. Calbe agierte wie in Starre und ohne gemeinsame Linie. Auch das letzte Aufbäumen der unentwegt an den Ketten zerrenden Kristin Sroka brachte am Ende keinen Erfolg. Als sie zehn Minuten vor Schluss verletzt das Feld verlassen musste, war die Stimmung in der Halle auf dem Tiefpunkt.

Eine Erklärung für den Auftritt seiner Schützlinge fand der Trainer an diesem Abend nicht. Sicherlich fehlten mit Mandy Wenzel und Antje Schreiber zentrale Abwehrspieler, sicherlich lag ein gewisser Druck auf der Mannschaft, aber beides lässt er als Entschuldigung nicht gelten. „Wir haben doch zehn Minuten gezeigt, dass es geht.“ Zwei Spiele verbleiben den TSG-Frauen nun, um den Abstieg doch noch zu verhindern. Dass mit Seehausen und Gräfenhainichen nicht die leichtesten Kandidaten warten, macht die Aufgabe nicht einfacher.

TSG Calbe: Baier, Möhring – Feilhaber (2), Dähms, Heinrich (1), Lehmann (5/1), Mennecke (2), Neetz, Schumann (1), Sroka (8/2), J. Wurbs, L. Wurbs Siebenmeter: TSG 4/3 – TSV 5/5 Zeitstrafen: TSG 4 – TSV 5