Salzlandkreis l Am vergangenen Wochenende fand der virtuelle Elbdeichmarathonlauf des Jahres 2020 statt. Aufgrund der anhaltenden Coronakrise mussten die Veranstalter den ursprünglichen Lauf in Tangermünde schweren Herzens absagen, boten aber mit der virtuellen Variante eine tolle Alternative an. Mit dabei war auch der Schönebecker René Albrecht. Weit mehr als 1000 Sportlerinnen und Sportler nutzten die Möglichkeit, vor der eigenen Haustür oder auf einer frei gewählten Strecke, die Distanz zu absolvieren, für die sie sich angemeldet hatten. Einige Läuferinnen und Läufer aus der Altmark nahmen ihre Kilometer auch auf der Originalstrecke in Angriff.

Mit Sondertraining vorbereitet

Joggen, Walken, Fahrradfahren erfreuen sich derzeit noch größerer Beliebtheit als sonst. Sie eignen sich bei den derzeit gültigen Schutzmaßnahmen einfach am besten zur sportlichen Betätigung. Für die vielen Ausdauersportler, auch im Salzlandkreis ist die Enttäuschung dennoch groß, wenn eine Volkslauf-Veranstaltung nach der anderen abgesagt wird. Immerhin bereiteten sich zahlreiche Athleten über Monate mit einem Sondertraining auf den geplanten Elbdeich-Marathon gezielt vor.

Sportlicher Wettstreit fehlt

Den Sportlern fehlt dann nicht nur der sportliche Wettstreit mit den anderen Läufern, auch der gewaltige Ausstoß an Endorphinen, die Freude über erfolgreich absolvierte 42,195 Kilometer lässt sich gemeinsam mit zahlreichen Gleichgesinnten besser teilen. Außerdem finden sich im Läuferfeld immer wieder Gesprächspartner oder Motivatoren, welche dafür sorgen, dass die eigenen körperlichen Qualen leichter zu ertragen sind. Doch das war in diesem Jahr nicht möglich. Und so musste jeder für sich laufen.

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Das tat auch René Albrecht aus Schönebeck. Der 43-Jährige ist seit etlichen Jahren begeisterter Läufer. Er hat bereits zahlreiche Marathon- und Halbmarathon-Läufe absolviert und entschied sich diesmal zur virtuellen Teilnahme an der halben Distanz. Der Elbestädter absolvierte die Strecke quer durch Schönebeck Richtung Bierer Berg und Felgeleben/Sachsenland. Albrecht absolvierte die Distanz in 1:48:10 Stunden. Wie viele andere, die mit Handy-Fotos und Daten von ihrer Sportuhr die Resultate kontaktlos digital nach Tangermünde übertrugen, übermittelte auch der Schönebecker seine Zeit.

Im Gegenzug stellte der Veranstalter in umgekehrter Richtung ein Rundum-Paket zur Verfügung. Startnummern konnte man sich ausdrucken, Medaillen wurden versandt, T-Shirts konnten bestellt werden und eine Teilnehmerurkunde mit der absolvierten Strecke und der Laufzeit stehen zudem für jeden zum Ausdrucken bereit. Entsprechend positiv fiel das Fazit aus: „Riesendank an die Veranstalter und die ehrenamtlichen Helfer. Ich fand die Idee und die Umsetzung genial. Der Zusammenhalt der Läuferschaft in dieser schwierigen Zeit, unabhängig davon, wo jeder seinen Lauf absolviert hat. Die Resonanz anhand der Teilnehmerzahlen dokumentiert das mehr als erfolgreiche Gelingen der Veranstaltung“, stellte René Albrecht fest.

Doch trotz des großen Erfolges, wünschen sich nicht nur der Veranstalter, sondern die gesamte Läuferszene nichts sehnlicher, als bald wieder auf der Strecke gegeneinander anzutreten. Bis dahin dürften sich aber noch andere Läufe ein Beispiel an der Tangermünder Vorgehensweise nehmen.