Calbe (tkü/kag) l Viel wurde schon über die sportlichen Erfolge des Langläufers und Speerwerfers Klaus Dieter Albrecht aus Calbe berichtet. Die Leistungen in jüngeren Jahren verkörperten Spitzenpositionen für einen Amateursportler, der sich oft auf Augenhöhe mit dem Leistungssport bewegte. Den Männerspeer fast 70 Meter zu werfen, oder die legendären 100 Kilometer-Läufe im Heger-Stadion haben Albrecht über unsere Region hinaus bekannt gemacht.

Im vergangenen Jahr feierte der Leichtathlet der TSG Calbe seinen 80. Geburtstag – allerdings nicht zu Hause bei seiner Familie, sondern bei den Europameisterschaften der Senioren in der Leichtathletik in der Nähe von Venedig, in Italien. Mit dem Zug angereist, hatte er wie stets den Ehrgeiz, im Speerwerfen um die Medaillen zu kämpfen. Am Ende eines harten Wettkampfes wurde es für Klaus-Dieter „nur“ der vierte Platz, der Norweger Torbjorn Mong warf 22 Zentimeter weiter und konnte sich die Bronze-Medaille sichern.

Große Willensstärke

Der undankbare vierte Platz war für Albrecht eine Enttäuschung, aber so ist der Sport und der Calbenser hatte bald neue sportliche Pläne im Kopf. „Als Freund und auch sehr sportinteressierter Mensch muss ich dem Dieter aber auch ab und zu seine anatomischen Grenzen mit 81 Jahren aufzeigen, auch wenn er davon nichts wissen will. Jedoch ist ihm schon klar, dass große Leistungssteigerungen nicht mehr möglich sind“, erzählt Thomas Kühne. Bei realistischer Einschätzung kann Albrecht uneingeschränkt stolz auf seine sportliche Lebensleistung sein. Dass er mit sieben Stints im Herzen und zwei neuen Hüftgelenken noch immer Sport treiben kann, ist allein seiner Willensstärke und dem Drang nach Bewegung geschuldet, auch will er stets in der Natur sein.

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Das Schlimmste wäre für Albrecht, ein Leben ohne Bewegung im Bett oder auf der Couch zu führen. Neben seiner Wohnung in der Calbenser Jahn-Straße befindet sich ein Alters- und Pflegeheim, doch dort will er unter keinen Umständen leben. „Ich drücke für ihn beide Daumen“, so Kühne.

2020 fielen die meisten Wettkämpfe für den Alterssportler Klaus-Dieter Albrecht der Corona-Pandemie zum Opfer. Zwei erfolgreiche Sport-events gab es dann für den Calbenser aber doch. Bei den 19. Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften in Erfurt warf er in seiner Altersklasse den Speer auf 23,47 Meter und belegte damit einen guten fünften Platz. Im Oktober diesen Jahres nahm er am Werfersportfest der TSV Leuna teil und konnte mit einer Weite von 23,84 Meter den Sieg erringen.

Die sportlichen Gedanken treiben Albrecht bereits in das Jahr 2021. Da er bereits an internationalen Meisterschaften in Polen, Dänemark, Frankreich, Spanien und Italien teilgenommen hat, würde er zu gerne im nächsten Jahr an den Weltmeisterschaften in Edmonton (Kanada) starten, ein anstrebenswertes Ziel. Dafür müssen aber wichtige Dinge zusammenkommen. Gesundheit des Sportlers und die Corona-Situation sind abzuwarten. Auch die Kosten, die dann Albrecht allein stemmen muss, werden eine Rolle auf dem Weg nach Kanada spielen. „Ich hoffe sehr, dass Dieter diesen Traum realisieren kann“, drückt Kühne jetzt schon die Daumen für den emsigen Leichtathleten, der dem Alter und der Pandemie trotzt.