Salzlandkreis l Als Skigebiet ist der Salzlandkreis eigentlich nicht bekannt. Klar, in Welsleben sah das vor knapp 70 Jahren anders aus. 1953 formierte sich in Welsleben eine Wintersportgruppe, die im Herbst 1956 mit dem Bau einer Skisprungschanze begann. Die Initiatoren waren Wilhelm Schröder, der für die Bauausführung verantwortliche, damalige Gastwirt des Lindenhofs, und Otto Reinsdorf, der die technische Planung übernahm. Neben der Schanze am Fuß des Mühlbergs gab es einen Abfahrts- und Rodelhang. So tobte auch in der hiesigen Bördelandschaft einst der Wintersport. Ein verheerender Sturm am 13. November 1972 brachte schließlich die Schanze zum Einsturz. In der Folge wurde sie nicht mehr aufgebaut. Einzig ein Miniatur-Nachbau ist zu finden.

Deiche werden zur Langlaufstrecke

Nachdem Tief Tristan der Bevölkerung reichlich Schnee und Temperaturen im zweistelligen Minusbereich brachte, sind auch wieder vermehrt die Wintersportler auf ihren Skiern unterwegs. Allerdings eher fahrend als springend von der Schanze. So zum Beispiel Andreas Baack und Tochter Adele Elisabeth Baack. Von Felgeleben aus ging es für die beiden Richtung Pömmelte, wo das Ringheiligtum im Schnee besucht wurde. Weiter ging es nach Zackmünde über den Deich zur alten Ziegelei an der Elbe. „Dann ging es stromaufwärts auf dem kleinen Deich an der Elbe entlang, um dann auf dem Glinder Deich wieder die Rücktour einzuläuten“, erklärt Baack die Tour weiter. So kamen satte zwölf Kilometer für die Volksstimme-Aktion „In 80 Tagen um die Welt“ zusammen. „Wir waren so circa viereinhalb Stunden unterwegs“, schrieb Baack zu den eingesendeten „Beweisbildern“.

Ebenfalls auf Skiern machte Bernd Fleischer aus Schönebeck die Umgebung rund um den Heimatort unsicher. 5,81 Kilometer kamen so zusammen. Etwas fasziniert, wie weit man Strecken auf Skiern ununterbrochen im Salzlandkreis zurücklegen kann, waren derweil Yvonne und Jens Hosang. Sechs Kilometer absolvierte das Ehepaar und fuhr vom heimischen Grundstück über den Bierer Berg und wieder zurück. „Unglaublich, dass das möglich ist“, kommentierte Jens Hosang die sechs Kilometer lange Tour rund um die Elbestadt.

Bilder

Und wer keine Skier im Keller zu stehen hat, machte sich dann aber doch in Schuhen und passender Kleidung auf denn Weg, auch wenn die Wege und Straßen nur unzureichend geräumt sind. Von einem gemütlichen Winterspaziergang ließ sich die Bevölkerung allerdings nicht abhalten. Sandra und Andreas Lahne begaben sich auf eine acht Kilometer lange Tour, während Ramona Rothe eine Strecke von 2,12 Kilometer zurücklegte. Auch die Schönebecker Monika und Bernd Schreiber nutzten das aufklarende Wetter für einen Spaziergang. In schnellerem Schritt bewegte sich Thomas Ziem durch die Natur. Sein „Winterlauf“ ging über eine Distanz von 12,2 Kilometer.

Die Fortbewegung auf dem Rad hingegen ist in den vergangenen Tagen stark zurückgegangen. Aufgrund der Verhältnisse auf den öffentlichen Wegen ist das auch kaum verwunderlich. Das Verletzungsrisiko auf dem Drahtesel ist einfach zu hoch. „Leider ist für mich das Fahrrad fahren nicht möglich, es ist schon traurig“, schreibt beispielsweise Hans-Jürgen Wolf, der ansonsten zahlreiche Kilometer im Stadtgebiet von Schönebeck absolviert. Eine Alternative hat der 61-Jährige allerdings gefunden. Der Schönebecker ist nun vorerst zu Fuß unterwegs und steuerte so weitere sechs Kilometer bei.

Als begeisterter Radfahrer musste sich auch Andreas Rogat aus Schönebeck eine Alternative suchen. Die hat er auf dem Heimtrainer und auf den Skiern gefunden. 5,24 Kilometer ging es so durch die „Loipe“, um dann auf dem Heimtrainer nochmal 22,4 Kilometer abzuspulen.

Allgemein ist der Hometrainer bei eisigen Temperaturen gefragter denn je. Immer mehr Sportbegeisterte nutzen das Training in den heimischen vier Wänden, um fleißig Kilometer einzusenden und um die körperliche Fitness beizubehalten. Noch immer erreichen zahlreiche Einsendungen die Sportredaktion. Selbst beim befreien der Balkone oder Höfe von den Schneemassen kommen zahlreiche Meter zusammen. Der Kreativität der Menschen sind auch weiterhin keine Grenzen gesetzt. Das ist auch gut so.

Nach 25 Tagen kam bereits eine beachtliche Anzahl an Kilometern zusammen. 22.400 sind es, um genau zu sein.