Schönebeck l Es ist ruhig geworden in der Turnhalle an der Moskauer Straße in Schönebeck. Das dumpfe Wummern der Trommelschläge außerhalb der Halle ist am Wochenende nicht mehr zu hören. Und das seit gut zwei Monaten. An diesem Szenario wird sich auch vorerst nichts ändern. Denn aufgrund der neuesten Verordnungen der Bundesregierung, um die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen, sind sämtliche Sporthallen im Kreis geschlossen. Die Landesoberliga-Volleyballerinnen des SV Pädagogik Schönebeck können nicht trainieren und schon gar keine Punktspiele austragen. „Die Mädels können nur zuhause etwas machen. Trainingspläne gibt es bisher noch nicht, denn wir alle wissen nicht, wie es mit der Saison weitergeht“, sagt Dirk Schambier, der Coach der Mannschaft.

Auch wenn es eine neue Verordnung möglich macht, dass zumindest vier Jugendspieler bis 18 Jahre mit einem Trainer oder Betreuer trainieren dürfen, nutzen die Schönebecker dieses Angebot nicht. Das liegt allerdings nicht daran, dass der SVP sich gemütlich auf die Weihnachtszeit vorbereitet, sondern viel mehr an dem Umstand, dass die Halle nicht genutzt werden kann. „Einzig unsere Kaderspielerinnen sind aktiv, allerdings nicht in Schönebeck. Sie fahren zum Training nach Magdeburg und halten sich dort fit. Beim Rest geht das leider nicht“, sagt Schambier über die besonderen Umstände im Coronajahr 2020. Somit ergeht es dem Großteil der SVP-Spielerinnen wie allen Amateursportlern in ganz Deutschland: Abwarten und Tee trinken.

Nachdem durch die Landesregierung der Lockdown bis Weihnachten verlängert wurde und damit weiterhin kein Vereinssport möglich ist, hat sich der Landesspielausschuss des Volleyball-Verbades Sachsen-Anhalt (VVSA) in einer Videokonferenz am 30. November ausgetauscht, wie es mit dem Spielbetrieb in Sachsen-Anhalt weitergehen soll.

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Landesoberliga, Landesliga, Landesklasse

Aufgrund der Unterbrechung des Trainings- und Spielbetriebs bis mindestens zum 10. Januar 2021, dann enden die Weihnachtsferien in Sachsen-Anhalt, und der vorher erfolgten Corona-bedingten Spielverlegungen und -absagen ist eine planmäßige Fortsetzung des Spielbetriebs in den Spielklassen mit einer Hin- und einer Rückrunde nicht mehr möglich. Darüber hinaus ist nicht einschätzbar, inwieweit sich weitere Verbote und Einschränkungen von der Landesregierung und lokalen Behörden auf die Fortsetzung des Trainings- und Spielbetriebs auswirken und die einzelnen Mannschaften in der Lage sind, einen geänderten Spielmodus und Spielplan umzusetzen und einzuhalten.

Zu beachten ist auch die Zulassung von Zuschauern, die von den Vereinen nach den Vorgaben und in enger Abstimmung mit den lokalen Gesundheitsbehörden zu klären ist.

Der Landesspielausschuss schlägt unter diesen Voraussetzungen im Kern vor, den Spielbetrieb in allen Ligen auf eine einfache Spielrunde ohne Rückspiele fortzusetzen.

Die Staffelleiter erstellen für ihre Staffeln neue Spielpläne für eine einfache Meisterschaftsrunde. Dabei ist Folgendes zu beachten:

• Ziel ist es, den Spielbetrieb so bald als möglich nach der Aufhebung der geltenden Beschränkungen fortzusetzen. Den Teams soll ein ausreichender abzustimmender Trainingsbetrieb vor dem Neustart ermöglicht werden.

• Die bisher gespielten Spiele der Hinrunde bleiben unverändert gewertet.

• Jede Mannschaft spielt gegen jede Mannschaft ein Mal.

• Die gemeldeten Heimspieltermine der Mannschaften bleiben soweit möglich erhalten, das heißt es können hier neue Spielpaarungen zugeordnet werden.

• Jede Mannschaft soll nach Möglichkeit eine gleiche Anzahl von Heimspielen haben

• Die Meisterschaftsrunde soll möglichst bis zum 30. April 2021 abgeschlossen sein

Für die Spielklassen sollen nach Anhörung der beteiligten Vereine spätestens bis 31. Januar 2021 verbindliche Regelungen über eine mögliche Reduzierung beim Abstieg oder eine mögliche Nicht-Wertung der Saison 2020/2021 getroffen werden. Entscheidend dabei ist die Beurteilung, ob die Pandemie zu einer massiven Verzerrung des Wettbewerbs geführt hat.

Jugendbereich

Auch im Jugendbereich ist der Spielbetrieb bis auf weiteres (10. Januar 2021) eingestellt. Durch angedachte Verlegungen der Regionalmeisterschaften und Deutschen Meisterschaften -dazu gibt es noch kein Ergebnis - kann beziehungsweise wird der Jugendbereich über Verlegung und Spielpläne beraten und die Saison neu planen. Alle wichtigen Informationen und Möglichkeiten werden den Teams durch den Jugendausschuss mitgeteilt.

BFS-Bereich

Der Start im BFS-Bereich konnte noch gar nicht vollzogen werden. Die ersten Spieltermine waren für den November geplant. Im Januar stehen die nächsten Spieltage an, dazu wird sich der BFS-Ausschuss zusammensetzen und entscheiden, wie es mit der Spielsaison weitergehen soll. Die Mannschaften werden darüber informiert.

Stadt- und Kreisebene

Auch hier ruht der Spielbetrieb beziehungsweise konnte dieser noch gar nicht gestartet werden. Die entsprechenden Gremien werden sich beraten, wie es mit der Saison weitergehen kann.

VVSA-Pokal

Der VVSA-Pokal wird für die Saison 2020/2021 endgültig abgesagt. Über die Durchführung des Verbandspokals 2021 wird im 1. Quartal 2021 entschieden.

Seniorenbereich

Der DVV hat für den Seniorenbereich festgelegt, dass die Regionalmeisterschaften zum 25. April 2021 abgeschlossen sein müssen. Entsprechend müssen die Senioren-Landesmeisterschaften am 28. März 2021 abgeschlossen sein. Mögliche Interessenten wenden sich dazu bitte an den Pokalspielleiter Ralf Lüttig per Mail.

„Wir beobachten die Situation in der Bundesrepublik Deutschland und besonders die Vorgehensweisen in Sachsen-Anhalt“, heißt es vom Verband. Der VVSA informiert zeitnah über Aktivitäten und Entscheidungen in Sachsen-Anhalt. Die Eindämmungsverordnungen der Städte, Kreise und Kommunen können nur durch die Vereine selbst zur Kenntnis genommen werden und bei Bedarf dem VVSA/Staffelleitern mitgeteilt werden.

Es ist also gut möglich, dass die Volleyballerinnen des SVP doch noch auf die Platte zurückkehren, auch wenn es nur für wenige Spiele sein wird. Sollte der Start nicht am 10. Januar des neuen Jahres erfolgen, kommen abermals große Probleme auf den Verband zu, wenn die Spielzeit in einem gewissen zeitlichen Rahmen erfolgen soll. Zudem streben einige Vereine eine Vorbereitungszeit an, um auch wirklich wieder fit zu sein und zumindest etwas im Rhythmus zu sein. Es werden also stressige Weihnachtstage für die Verantwortlichen des VVSA.