Hans Peter Bischoff hatte große Freude daran. Noch nie durfte er zu so einem frühen Zeitpunkt so große Namen verkünden. Mit einem Lächeln bestätigte er am Dienstag, dass Olympiasieger Robert Harting und Weltrekordlerin Betty Heidler beim 9. Solecup in Schönebeck starten werden.

Staßfurt l Die Szene ging um die Welt: Nach seinem Triumph im Diskuswerfen ließ Harting seinen Emotionen freien Lauf und zerriss sein Shirt. Nicht nur ein Grund, auf den offiziellen Plakaten zum Schönebecker Solecup damit zu werben. "Es wird Gefühl transportiert, das spricht an", erklärte Hans Michael Strube, Vorstandsvorsitzender der Salzland-Sparkasse während der Unterzeichnung der Sponsorverträge. Seit 2005 - also jedes Jahr - unterstützt das Kreditinstitut den Werfercup, "und jedes Jahr haben wir uns gesteigert, die Olympiaverabschiedung war bisher der Höhepunkt und Gänsehautgefühl pur", sagte Strube. Zudem wurde die Stadt Schönebeck so bei den Kommentatoren im Fernsehen mehrfach erwähnt.

Wie aber noch einen drauf setzen? "Das geht vor allem mit großen Namen. Uns ist es gelungen, zwei Zugpferde zu gewinnen. Sie kommen nur, wenn man etwas mehr Geld anfasst und wenn der Wettkampf super organisiert ist. Es ist die Möglichkeit, unseren Kunden etwas zurückzugeben", erklärte Strube, der mit der Sparkasse in diesem Jahr 190. Geburtstag feiert. "Unsere Gewinne müssen gemeinnützig eingesetzt werden. Damit wollen wir die Region sportlich und kulturell unterstützen."

Für die Arbeit im Hintergrund des SoleCups zeichnet sich der Schönebecker SC verantwortlich, allen voran Meeting-Gesamtleiter Hans Weber, der bis vor kurzem noch ein paar Bauchschmerzen hatte. Probleme bereitet die Laufbahn, von der ein Stück auch den Anlauf für die Speerwerfer bildet. Erhebliche Mängel sorgen für viel Verletzungsgefahr für die Athleten. Bisher war es der Stadt nicht gelungen, Mittel für die Sanierung aufzuwenden. "Wir haben Verständnis für den knappen Haushalt der Stadt", erklärte Weber. "Doch wir haben die Ärmel hochgekrempelt und Mittel aquiriert." Ziel sei, die gesamte Bahn zu sanieren, wofür etwa 200 000 Euro benötigt würden. Sollte es Bischoff, dem Ausrichter des Solecups, gelingen, Matthias de Zordo zu gewinnen, der 2010 den Meeting-Rekord von 84,38 Meter aufgestellt hat, dann würde der SSC eine Teilsanierung, die nur die Anlaufbahn umfasst, in Auftrag geben. Diese würde dann in der zweiten Maihälfte starten, Reparaturdauer etwa zwei Tage. Gelingt es nicht, einen "Superstar" nach Schönebeck zu holen, da der SoleCup gleichzeitig Konkurrenz zur "Diamond League" in Rom ist, würde auf diesen Wettkampf verzichtet und 2014 die Komplettsanierung als Ziel gesetzt werden.

Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass Schönebeck hinter dem SoleCup steht. "Er lebt vom Engagement des Ehrenamts und von der familiären Atmosphäre. Etwa 130 freiwillige Mitarbeiter sind für einen reibungslosen Ablauf involviert", betonte Weber. "Wir wollen einen Leuchtturm für die Region setzen", betonte Bischoff. Nebenbei hofft er auf gute Ergebnisse mit Blick auf die Weltmeisterschaft im Olympiastadion Luschniki in Moskau vom 10. bis 18. August. Großes Plus: "Diesmal ist der Nachwuchs wieder mit dabei." Im vergangenen Jahr hatte der noch aufgrund der Ferien und Trainingspläne passen müssen. Doch mit den Glückshufeisen für Olympia war der SoleCup 2012 ein echtes Highlight. Nun wird mit einem amtierenden Olympioniken Robert Harting bereits im Vorfeld "eins drauf gesetzt".