Doppelt düster mutet die momentane Situation des SV 09 Staßfurt in der Fußball-Landesliga, Staffel Nord, nach der neuerlichen 0:2 (0:1)-Niederlage gegen den FSV Barleben und des gleichzeitigen Sieges von Bismark gegen Aschersleben an.

Staßfurt l Gut, dass wenigstens das Wetter etwas mitspielte und die Zuschauer im Stadion der Einheit mit ein paar wenigen Sonnenstrahlen erheiterte. Auf dem Platz gab es, wie so oft in dieser Saison, wenig Erwärmendes zu beobachten.

Der SV 09 mühte sich, setzte allerdings bis auf zwei Aluminiumtreffer in Halbzeit eins nur wenige Akzente. Auch die Gäste aus dem Norden der Landeshauptstadt erfanden den Fußball nicht neu und taten sich gegen die bis dato aufmerksame Verteidigung der Gastgeber sehr schwer. So kam es wie so oft: Ein Standard brachte die Gäste in Führung.

Aus knapp 35 Metern hatte zuvor Rico Schönberg Maß genommen und den Ball am nicht souverän wirkenden Sebastian Koch im 09er-Kasten vorbeigeschossen. Dementsprechend ernüchternd fiel auch das Fazit Axel Quednows, Trainer der Staßfurter, aus: "Wir haben mit unseren zwei Pfostentreffern sehr viel Pech. Barleben macht aus einer halben Chance das 1:0."

Wer allerdings dachte, die zweite Halbzeit würde eine allgemeine Besserung bringen, sah sich früh getäuscht und musste auf zwingende Szenen sehr lange warten. Beiden Teams sah man ihr Bemühen an, die Partie an sich zu reißen, doch gelingen wollte es keinem so recht. Barleben präsentierte sich dennoch leicht feldüberlegen und zeigte mehr Zielstrebigkeit. Diese wurde jedoch zumeist im Ansatz durch Unzulänglichkeiten oder die 09-Defensive unterbunden. Im Staßfurter Angriff herrschte allerdings ein großes Vakuum, das von Sebastian Trensinger allein kaum gefüllt wurde.

Ihm muss jedoch zugute gehalten werden, dass er kaum auf Unterstützung aus dem eigenen Mittelfeld oder der Abwehr zählen durfte und gegen Schönberg und Mathieu Bele in der Barleber Innenverteidigung kaum einen Stich sah.

In der 60. Minute dann bereits die frühe Entscheidung der Partie, als ein von Schönberg in den Strafraum der Staßfurter geschlagener Freistoß den Kopf von Torsten Kühnast fand und dieser den Ball, sicher nicht unhaltbar, in Richtung 09-Tor beförderte. Dort machte Sebastian Koch ein zweites Mal eine unglückliche Figur. Der Schlussmann konzentrierte sich wohl eher auf einen elaganten Hechtsprung als auf die Parade an sich und verhalf dem Ball mehr oder weniger ungewollt, um den Weg in die linke obere Torecke zu finden.

"Nicht das bessere Team hat gewonnen, sondern das glücklichere", lauteten Quednows einschätzende Worte zum Spiel. "Wir müssen mit diesen Nackenschlägen leben."

Wie sehr er im Recht sein sollte, beweist der bittere Blick auf die Tabelle nach diesem Spieltag. Dort postieren sich die Bodestädter nach dem Sieg Bismarks erneut auf dem einzig verbliebenen Abstiegsplatz und müssen mehr denn je um den Verbleib in der Landesliga bangen.

SV 09: Koch - Hartmann (60. Dörfler), Lissek, Trensinger, Siegel (67. Reuscher), Limpächer, Petermann, Gurn, Stachowski, Horstmann (84. Sander), Mähnert