Also wieder einmal der Blankenburger FV: Für die Fußballer der ZLG Atzendorf hat die neue Spielzeit in der Fußball-Landesklasse, Staffel II, angefangen, wie die vorige aufhörte - mit einem überzeugenden Heimsieg über die Harzer. Am Sonnabend hieß es am Ende verdientermaßen 4:1 (1:0) aus Sicht der ZLG.

Atzendorf l Irgendwann Mitte der zweiten Halbzeit riss der Geduldsfaden bei Bernhard Knoll. "Er hat während des gesamten Spiels Bambule gemacht. Irgendwann habe ich ihm dann ein paar Takte erzählt", erinnerte sich der Coach aus dem ZLG-Trainergespann mit Steffen Grohe zurück. Bei "er" handelte es sich um Daniel Robinson. Der Blankenburger Torhüter und Kapitän hatte sich darauf verlagert, die 1:4-Niederlage seines Teams lauthals zu kommentieren. Der Schiedsrichter: schaute nie genau hin und setzte zweierlei Maß an; die ZLG - eine "Gurkentruppe vom Dorf". Mehr noch als die klare Ansage von Knoll dürfte aber das Endergebnis bei Robinson gewirkt haben. Auch wenn der Sieg das Prädikat "angenehmster Betriebsunfall der neuen Saison" trug.

Eigentlich hatten Knoll und Grohe in eine ganz andere Taktik-Schublade gegriffen. Die ZLG sollte den Gegner kommen lassen, sich selbst aber zunächst auf defensive Disziplin beschränken. Doch stattdessen legten die Atzendorfer in der Anfangsphase Abschlüsse im Fünf-Minuten-Takt hin. Erst verzog Steffen Böhlert (7.), dann passte nach einem Konter über Marc Burdack lediglich die Flanke nicht (15.). Die Gäste sahen sich fest eingeschnürt und konnten sich auch über den 0:1-Rückstand nach 16 Minuten nicht beschweren. Nach einem abgewehrten Freistoß zog Steffen Linsdorf aus 20 Metern direkt ab und traf - volles Risiko, voller Erfolg. Kurz darauf scheiterte Böhlert aus der Nahdistanz (19.). Da war es eigentlich nur verständlich, dass die Hausherren bis zum Halbzeitpfiff ein wenig den Fuß vom Gas nahmen.

Nach dem Seitenwechsel drückte die ZLG jedoch sofort wieder aufs Tempo und wurde prompt belohnt: Erst legte Linsdorf Treffer Nummer zwei nach (55.), dann trug sich Tobias Sura in die Torschützenliste ein (57.). Zwar ließ sich Robert Stange fünf Minuten später zu einem überflüssigen Foul hinreißen, der anschließende Freistoß wurde abgefälscht und fand den Weg ins Tor zum 3:1 aus Gastgebersicht, doch wirklich beunruhigen ließ sich bei den Atzendorfern niemand. "Angst, dass noch etwas schief geht, hatte ich eigentlich nie", bekannte Knoll - zumal Böhlert auf 4:1 hätte erhöhen können, ehe es Burdack in der 81. Minute auch tat.

Entsprechend groß war die Freude bei den Gastgebern. Vor allem Doppeltorschütze Linsdorf durfte sich einige Glückwünsche abholen, etwa durch seinen Trainer: "Es hat mich für ihn gefreut. Steffen hatte in der Vorbereitung des Öfteren etwas Pech, jetzt ist das Glück zu ihm zurückgekehrt." Auf eine Fortsetzung hofft man bei der ZLG nun im Derby gegen den SV 09 Staßfurt am Sonnabend in einer Woche. "Wir freuen uns ungemein auf das Spiel, gehen zuversichtlich in die Partie. Ich denke, die Tagesform wird ganz entscheidend sein", blickte Knoll abschließend voraus.

ZLG Atzendorf: Eisenträger - Kutz, Voigtländer, Brüggemann, Faatz, Linsdorf, Stange, Ingler (60. Tolle), Sura (72. Wolter), Böhlert, Burdack