Staßfurt l Wer seinen Weg in die Paul-Merkewitz-Halle fand, der bekam ein rasantes und gutklassiges Frauen-Handball-Spiel zu sehen. Die Partie zwischen dem HCS und dem FSV Magdeburg hatte den Charakter eines echten Viertelfinal-Spiels. So spannend hätte es aber gar nicht werden müssen. Zwar begann die Partie sehr ausgeglichen – Magdeburg erzielte das erste Tor des Spiels – und beide Mannschaften lieferten sich bis zum Stand von 5:5 ein Kopf-an Kopf-Rennen. Dann aber gewannen die Gastgeberinnen schnell die Oberhand. Durch eine sehr gute Deckungsarbeit und einen ruhigen, konzentrierten Angriff gelang dem HCS eine 7:0-Serie, die zu einem guten Vorsprung führte (10:8, 13:8, 15:8). „Unsere Abwehrarbeit war sehr gut“, lobte HCS-Trainer Stefan Rähm.

Doch nach gut 20 Minuten wurde die Spielweise der Salzländerinnen immer hektischer. Vor allem im Angriff wurde viel zu früh abgeschlossen. Dies nutzte der FSV sofort, konnte bis zur Pause allerdings nicht auf mehr als fünf Tore (11:16) verkürzen. „Der Angriff ist generell noch ausbaufähig“, urteilte Rähm. „Wir hätten teilweise ruhiger agieren müssen.“ Dies tat der HCS zu Beginn der zweiten Halbzeit auch wieder. So hielt die Mannschaft die Magdeburgerinnen auf Abstand. Doch dann kam erneut Hektik ins Spiel und der FSV schloss über die Stationen 17:21, 21:23 und schließlich 23:24 auf. „Das ist aber auch völlig normal, wenn sich zwei Teams auf gleichem Niveau gegenüberstehen“, sagte Rähm. „Wir konnten uns absetzen, Magdeburg kam wieder heran.“

Dass der Gegner sich wieder herankämpfen konnte, lag auch daran, dass die Salzländerinnen gut fünf Minuten in permanter Unterzahl agieren mussten. So wurden Yvonne Sachse, Silke Ruthe und Pia Schrader nach Aktionen gegen Magdeburgs Kreisläuferinnen von der Platte geschickt. Die drei Spielerinnen überzeugten allerdings auch mit starken Kontern und guten Würfen. Sachse gehörte mit sechs Toren gar zu den besten Werferinnen des Teams.

Eine weitere Stärke, die vor allem über Victoria Göpel und Jessica Zeidler zum Ausdruck kam, waren die Tempogegenstöße. Da die Bälle der Magdeburgerinnen oft in der Deckung hängenblieben beziehungsweise über das Tor hinaus gingen, gehörten Konter in der zweiten Halbzeit zu den häufigsten Toren des HCS. Allerdings fanden auch nicht alle ihren Weg in die Maschen. Dies wiederum lud den FSV zum Kontern ein und auch der Gegner erwies sich als Meister des Umkehrspiels. Erst in den letzten drei Minuten zeigte sich, dass die Gastgeberinnen ein paar Körner mehr hatten. Sie bauten den Vorsprung wieder aus und gewannen letztlich mit 30:26. „Wir freuen uns riesig über den Einzug ins Halbfinale“, sagte Rähm. „Jetzt haben wir den Pokal im Blick.“

HC Salzland 06: Braune, Weiß – Zeidler (4), Bartsch (4), Rähm, Schrader (2), Kreglin, Förster, Brunne, Ruthe (3), Sachse (6), Jacobi (8), Gölpel (2), Block (2)

Siebenmeter: Salzland 1/1 – Magdeburg 3/2; Zeitstrafen: Salzland 5 – Magdeburg 2