Egeln l Sören Leßmann, Trainer des Egelner SV Germania, hätte sich wohl ein Orakel gewünscht, das ihm die zweite Halbzeit der Fußball-Salzlandliga-Partie gegen die Sportfreunde Cörmigk vorausgesagt hätte. Was dieses Orakel prohezeiht hätte, wären zwei Dinge gewesen. Erstens: Egeln gewinnt die Partie. Zweitens: Es gibt eine Rote und eine Gelb-Rote Karte für die Gastgeber des ESV. „Den Spielverlauf hätten wir nach der ersten Halbzeit so nicht erwartet“, fasste Leßmann die zweiten 45 Minuten zusammen. In diesen erzielten Tobias Liste (per Foulelfmeter) und Justin Liste die beiden Tore für ihre Farben. Allerdings geriet der ESV auch in doppelte Unterzahl.

Zunächst musste Max Kunze mit Rot vom Platz (63.). Er wollte sich den Ball erobern. „Aufgrund unserer bescheidenen Platzverhältnisse versprang der Ball jedoch und Max erwischte stattdessen seinen Gegenspieler“, berichtete Leßmann. „Meiner Meinung nach hätte man in dieser Situation auch Gelb geben können.“ Der Schiedsrichter entschied allerdings auf Rot. In der 81. Minute traf es dann ESV-Kapitän Andreas Siegl. Dieser hatte in der ersten Halbzeit bereits die Gelbe Karte gesehen. Siegl beschwerte sich allerdings zu laut über eine Entscheidung des Unparteiischen und dieser stellte ihn daraufhin vom Platz. Leßmann sprach seinen verbliebenen neun Schützlingen auf dem Feld nach der Partie ein Kompliment aus. „Wir haben trotz Unterzahl noch unser Siegtor erzielen können. Das hat die Mannschaft bravourös gelöst.

Auch in der ersten Halbzeit bestimmte Egeln das Geschenen. Der Coach merkte allerdings an, dass „wir aufgrund der Platzverhältnisse und personeller Ausfälle einige Probleme hatten. Der Platz war an sich nicht bespielbar, aber wir wollten die Partie trotzdem austragen, um im neuen Jahr nicht so viele Nachholspiele absolvieren zu müssen.“ Personell musste Egeln unter anderem auf zwei Nachwuchsspieler sowie Jens Brauer im Mittelfeld verzichten. Aber nicht nur der ESV hatte Probleme mit dem Platz. Auch Cörmigk versprang der Ball ein ums andere Mal. So wirkte das Geschehen in den ersten 45 Minuten recht ungeordnet und holprig. Für beide Seiten gab es zwar Torchancen, aber viel spielte sich eher zwischen den Strafräumen ab.

In der zweiten Hälfte nutzten die Sportfreunde die Unterzahl der Gastgeber und gingen in der 69. Minute zunächst durch Mathias Koch mit 1:0 in Führung. Zuvor war ein Ball einem Egelner an die Hand gesprungen, sodass es Freistoß für Cörmigk gab. Den Schuss auf den Kasten konnte ESV-Keeper Dennis Kubetzek zunächst entschärfen, doch er hielt den Ball nicht fest, sodass Koch im Nachsetzen einschieben konnte. Es war allerdings der einzige Torerfolg für die Gäste, die im späteren Verlauf die doppelte Unterzahl der Germanen nicht zum Ausgleich nutzten.

Dadurch blieben die Sportfreunde nach der Hinrunde auf dem letzten Tabellenplatz. Egeln ist Neunter. Leßmann ist mit dieser Position zufrieden. „Mehr können wir uns in dieser Saison auch nicht erhoffen. Wenn wir am Ende der Rückrunde dann auch noch in diesem Bereich der Tabelle stehen, dann ist das für uns ein Erfolg.“

Egelner SV Germania: Kubetzek – Schmidtke (60. Kunze), Siegl, Jagnow, T. Liste, Brauer (62. Zehner), Janott, Bohne, Brock, Hohmann

Sportfreunde Cörmigk: Gutsche – Bäcker, Mathias Koch, Kipka, Bunge, Franke, Hilprcht, Jähnert, Kindler (75. Preuß), Michael Koch, Gramß (62. Pelka)

Tore: 0:1 Mathias Koch (69.), 1:1 Tobias Liste (72., FE), 2:1 Justin Liste (75.); SR: keine Angaben, ZS: 24; Gelb-Rot: Andreas Siegl (81., Meckern), Rot: Max Kunze (63., Foulspiel) - beide Egeln-