Salzlandkreis l Aus Sicht der drei restlichen Vertreter des Salzlandkreises verlief die Hinrunde in der Fußball-Landesliga unterschiedlich. Während man bei den beiden Schönebecker Clubs in der Rückschau positiver Stimmung ist, hat sich die TSG Calbe nach Ansicht ihres scheidenden Trainers René Kausmann bisher unter Wert verkauft.

Obwohl der Schönebecker SC die wohl erfolgreichste Hinrunde seit langem spielte, müssen sich die "Grünen" zum Jahreswechsel mit Rang zwei begnügen. Der Blick auf die Tabelle sei nur "eine Momentaufnahme", versichert SSC-Coach Christian Kehr. Was wirklich zählt, "ist, dass wir im Vergleich zu den Vorsaisons in diesem Jahr viel besser in die Liga gestartet sind", stellt er klar. Mit 34 Punkten stehen die Schönebecker in der Tat ganze sieben Zähler besser da als in der Vorsaison.

Spürbar wurde der Druck, der auf dem Aufstiegsfavoriten lastet, vor allem nach den beiden Niederlagen gegen den derzeitigen Spitzenreiter Halberstadt II (1:3) und der direkt folgenden Heimniederlage (0:2) gegen den SV 09 Staßfurt am 10. und 11. Spieltag. "Das Gefühl, zu verlieren, ist für einen Sportler immer unangenehm. Vor allem, weil wir in den letzten Jahren auch etwas erfolgsverwöhnter geworden sind. Und so macht man sich seine Gedanken", blickt Kehr auf die Tage zurück, in denen sein Team vom Platz an der Spitze zwischenzeitlich auf Rang drei abrutschte. Doch entscheidend sei, wer "am Ende den längeren Atem hat", formuliert der Trainer als Kampfansage für die Rückrunde.

Beim Stadtrivalen SSV wird in dieser Saison vorgelebt, wie man mit erfrischendem Offensivfußball und Spaß am Spiel das Maximale herausholt. Die zweitmeisten Tore und der dritte Platz zum Jahreswechsel belegen dies. "Das kam sicher überraschend", pflichtet SSV-Trainer Marko Fiedler bei, nennt aber noch einen anderen Grundpfeiler des unerwarteten Erfolges: "Wir haben durch mannschaftliche Geschlossenheit viele Punkte geholt." Insgesamt 28 Zähler stehen zur Winterpause zu Buche - einer der besten Starts der jüngeren Vergangenheit.

Dennoch fiel durch die beiden abschließenden Niederlagen in Möringen (2:6) und gegen Potzehne (2:5) ein kleiner Schatten auf die Leistung. "Einige haben vielleicht gedacht, sie hätten schon etwas erreicht in dieser Saison", kritisiert Fiedler.

Für René Kausmann, den aus persönlichen und beruflichen Gründen scheidenden Trainer der TSG Calbe, steht fest: "Ich bin davon überzeugt, dass die Mannschaft in der Rückrunde mehr als 18 Punkte einfährt. Das Team gehört unter die ersten Fünf."

Als Gründe dafür zählt er zwei Faktoren auf. Erstens kehren etliche verletzte Spieler im neuen Jahr zurück und zweitens sind die Neuzugänge des Sommers mittlerweile im Team integriert. Genau diese beiden Umstände waren aus Sicht Kausmanns auch die Ursachen für die eher magere Punkteausbeute in der Hinrunde, vor allem in den ersten acht Spielen. "In der Abwehr waren wir zu instabil, mussten uns erst finden."