Ein sechster Platz zum Hinrundenende stimmt positiv, weckt aber ebenso Erwartungen für die zweite Halbserie. Das weiß auch Bernhard Knoll, Trainer bei den Landesklasse-Fußballern der ZLG Atzendorf und sagt: "Daran müssen wir uns messen lassen."

Atzendorf l Vermutlich hätte Knoll, der zusammen mit Steffen Grohe die Geschicke der ZLG lenkt, nach dem 5. Spieltag diesen Satz ganz anders formuliert - ganz einfach, weil zu diesem Zeitpunkt nicht einmal die kühnsten Atzendorfer Optimisten in Richtung der einstelligen Tabellenplätze zu blicken wagten. Das Team lag auf einem Abstiegsrang. "Wir waren damit zufrieden, wie die Vorbereitung lief und guter Dinge, dies auch in die Punktspiele zu übertragen. Vielleicht waren wir uns zu sicher. Wir mussten uns aber eingestehen, dass es nicht funktionierte. Jeder einzelne Mannschaftsteil haderte mit sich", erinnert sich der ZLG-Trainer an jene Tage zu Saisonbeginn zurück.

Der Start verlief also gelinde gesagt "holprig", schon im Eröffnungsspiel beim Schackstedter SV "bekamen wir die Grenzen aufgezeigt", gesteht Knoll ein. Drei Punkte aus den ersten fünf Saisonspielen waren die ernüchternde Bilanz. Bangen Blickes wurde da schon auf den folgenden Doppelspieltag mit zwei Partien binnen 48 Stunden am ersten Oktoberwochenende geschaut.

Doch nicht die Befürchtungen, dass die ZLG nun den Anschluss verlieren könnte, traten ein, vielmehr holte sie am verlängerten Wochenende um den "Tag der Deutschen Einheit" zum großen Befreiungsschlag aus. Nach den beiden Heimspielen gegen Askania Bernburg II und Germania Wernigerode standen ein 5:0-Sieg und ein 1:1-Unentschieden zu Buche und da hatten sich die Wolken über dem Atzendorfer Fußballhimmel schon wieder ein gehöriges bisschen gelichtet. Doch auch an besagtem Wochenende lief nicht alles nach Plan: "Ich ärgere mich heute noch über das Unentschieden. Aber bei Wernigerode stand eben ein Feldspieler im Tor, der an diesem Tag besser gehalten hat, als es die beiden eigentlichen Germania-Keeper hätten tun können."

Erwartungsgemäß wenig gab es für die Atzendorfer zwei Spieltage später beim Spitzenreiter Lok Aschersleben, der bis dato auf eigenem Platz noch keinen Punkt abgegeben hatte, zu gewinnen. Dennoch überraschte die Höhe der Niederlage. "Wir wollten unter das 1:6 so schnell wie möglich einen Strich ziehen", meint Knoll zur bisher höchsten Saisonpleite.

Bleibt man beim vom Trainer gezeichneten Bild, so war es eher ein großes schwarzes X, mit dem sein Team in den verbliebenen sechs Hinrundenpartien die Scharte wieder auswetzte. Vier Siege und zwei Unentscheiden, die bis zur Winterpause folgten, trugen so doch noch zum versöhnlichen Abschluss zum Jahreswechsel bei. "Im Vorjahr, in der Staffel II, waren wir am Ende Elfter und damit nicht unzufrieden. Nur war damals unser Potenzial nicht groß genug, um höhere Ziele in Angriff zu nehmen. In diesem Jahr würden wir schon gern im einstelligen Bereich bleiben", gibt Knoll für die Rückrunde aus.

Das angesprochene Potenzial hat sich in dieser Saison gewiss nicht verringert. Vor allem junge Spieler wie Philip Voigtländer oder die Neuzugänge Marc Burdack und Michael Gehrke drängen in den Vordergrund. Dennoch sind es weiterhin gestandene Akteure wie Torhüter Sascha Eisenträger, Marcus Brüggemann oder Steffen Linsdorf, welche nachwievor die Atzendorfer Stammformation ausmachen. "Das sind erfahrene und wichtige Spieler. Leider steht uns arbeitsbedingt nicht immer jeder im Training oder in den Spielen zur Verfügung", so Knoll.

Ein großer personeller Umbruch ist also zur Rückrunde nicht zu erwarten, dennoch macht der Trainer deutlich, was er von seinen Spielern - aufstrebene Talente wie erfahrene Akteure - zum Start am 25. Februar erwartet: "Ein Sieg gegen Schackstedt wäre wichtig. Ebenso, dass wir nicht wieder in den negativen Strudel geraten. Wir wollen zeitig den Klassenerhalt perfektmachen, so dass wir etwa die letzten zehn Spiele in Ruhe angehen können."