Staßfurt l Neben der Tatsache, dass die Bodestädter mitten im Abstiegskampf der Classic-Kegel-Landesliga stecken, geht auch die Suche nach einem Gastronomen für die Kegelbahn an der Charlottenstraße weiter. Im Gespräch mit Volksstimme-Volontär Tobias Zschäpe gab Staßfurts Mannschaftsleiter Frank Beucke einen Einblick in den derzeitigen Alltag seiner Mannschaft und wagte einen Blick auf die unsichere Zukunft des Vereins.

Volksstimme: Herr Beucke, wie geht es Ihnen in der aktuellen Situation?

Frank Beucke: Meiner Familie, den Mannschaftskollegen und mir selbst geht es gut. Die anderen Kegler und ich stehen in einer großen Whatsapp-Gruppe im regelmäßigen Kontakt.

Ein Trainingsbetrieb ist zur Zeit nicht möglich. Wie sieht der Alltag der Sportler des SV Salzland Staßfurt derzeit aus?

Noch bis Ostern sind alle Spielstätten gesperrt und das wird sich sicher noch länger ziehen. An Training ist deshalb nicht zu denken.

Was macht man stattdessen, um sich fit zu halten?

Das ist schwierig. Anders als im Fußball oder Tischtennis kann man nicht einfach in den heimischen Garten gehen und dort trainieren. Man kann natürlich einen kleinen Ball in die Hand nehmen und einen „Trockenwurf“ durchführen, doch das ist am Ende eben doch nicht das Gleiche. Somit bleibt nichts anderes übrig, als sich mit konditionellem Training, zum Beispiel einer Fahrt mit dem Fahrrad, fit zu halten. Natürlich gibt es auch bei uns im Verein einige Talente, die auch ohne Training ihre Form hochhalten können. Das „richtige“ Training fehlt aber natürlich trotzdem.

Wie kann es nach Ende der Corona-Krise weitergehen? Kann und sollte die Saison zu Ende gespielt werden?

Der Deutsche Keglerbund Classic hat dazu einen Drei-Stufen-Plan erstellt, nach dem wir uns richten müssen. Derzeit sieht es danach aus, dass es auf Plan C hinausläuft, nämlich die Spielzeit nicht fortgesetzt wird.

Nach diesem Plan würden auch nur die beiden Letztplatzierten aus der Landesliga absteigen, was als derzeit Achter der Landesliga zum Vorteil des SV Salzland Staßfurt wäre.

Für uns wäre das natürlich super, aber andere Vereine, die gegen den Abstieg oder um den Aufstieg spielen, wären damit sicher unzufrieden. Am Ende wird man es nie jedem Recht machen können. Es wir immer Nutznießer geben und gleichzeitig Andere, die unzufrieden mit der Entscheidung sind. Eine sehr schwierige Situation.

Welche Lösung wäre Ihnen am liebsten?

Wie schon erwähnt würden wir profitieren, wenn Plan C eintritt. Allerdings sehe ich auch kaum eine andere Lösung. Das Training von uns Keglern mag nicht so aufwendig sein, wie in anderen Sportarten, aber dennoch geht der Spielrhythmus derzeit komplett verloren. Wenn es dann zu einem späteren Zeitpunkt weitergeht, wären wir quasi gezwungen, aus dem Kalten zu starten, was eine völlig neue Dynamik in die Saison bringen würde.

Welche Probleme sehen Sie noch?

Viele haben für den Sommer bereits einen Urlaub geplant, sodass bei einer Fortsetzung nicht alle Spieler zur Verfügung stehen würden. Dabei gibt es natürlich Mannschaften, wie beispielsweise den ESV Roßlau bei uns, die schon durch sind und als Aufsteiger feststehen. Oder der SV Edderitz, der bereits als Absteiger in die Landesklasse feststeht. Für die ist es am Ende uninteressant, ob sie in Bestbesetzung antreten oder mit der zweiten Mannschaft. Aber für alle Teams, für die es noch um etwas geht, wäre eine Fortsetzung mit zahlreichen personellen und organisatorischen Problemen verbunden.

Sollten die beiden noch ausstehenden Spieltage doch noch absolviert werden, ergebe sich für den SV Salzland Staßfurt eine weitere Hürde. Die Suche nach einem Nachmieter für den Gastronomiebereich auf der Kegelbahn war bislang erfolglos. Können sie das Heimspiel gegen Könnern überhaupt durchführen?

Das bereitet uns derzeit in der Tat Kopfschmerzen. Stand heute ist die Kegelbahn für uns am 30. April passé, sodass wir sehen müssten, wie wir eine eventuelle Fortsetzung handhaben. Sollte es ab Anfang Mai weitergehen, müssen wir entweder mit der Stadt eine Ausnahmeregelung vereinbaren, oder für das abschließende Spiel auf eine andere Bahn ausweichen. Zu Ende spielen wollen wir die Saison aber auf jeden Fall. Zum Glück ist es ja nur noch das eine Heimspiel.

War das Heimspiel gegen Eintracht Gommern also das vorerst letzte auf der Bahn an der Charlottenstraße?

Ja, danach sieht es derzeit leider aus.

Und dann? Wie geht es in der kommenden Spielzeit weiter, unabhängig vom Klassenerhalt?

Wir wollen auf jeden Fall mindestens eine weitere Saison als Verein zusammen bleiben und werden uns auch nicht voreilig abmelden. Sollte für die Kegelbahn doch noch ein Nachmieter gefunden werden, müssten wir andernfalls wieder ganz unten auf Kreisebene starten. Das ist derzeit keine Alternative. Dann werden wir lieber die komplette Spielzeit auf einer anderen Bahn austragen.