Borne l „Es hätten 150 Kegel mehr sein müssen, damit wir von einem guten Ergebnis sprechen könnten“, stellte Bornes Sascha Herbst ohne lange Umschweife fest. „Wir hatten heute auch das Glück, dass der Gegner ,mitgespielt‘ hat und selbst seine Probleme hatte.“

Zumindest das Borner Startpaar bestehend aus Henrik König und Stefan May wusste zu überzeugen. Beide griffen auf Grund terminlicher Verpflichtungen zum ungewohnt frühen Zeitpunkt in das Duell ein. König kratzte mit 540 Holz zwar nicht an seinem persönliches Bestwert, doch gegen Tobias Wolfarth (503) reichte es an diesem Tag trotz zwei abgegebenen Satzpunkten (SP) klar zum Gewinn des Mannschaftspunktes (MP). Nur knapp unter 600 Kegeln blieb derweil May, der dennoch nicht zufrieden mit seinem Spiel war. „Er will immer die 600 knacken, da ärgerte ihn die schwächere dritte Bahn natürlich“, so Herbst. In dieser musste er seinen einzigen SP gegen Köthens Tim Föse (562) abgeben. Am souveränen MP-Gewinn änderte das jedoch nichts mehr.

Nach dem ersten Durchgang lagen die Borner somit bereits mit gut 100 Holz in Führung und sollten diese bis zum Ende nicht mehr hergeben. Denn auch die MP drei und vier gingen an die Heimmannschaft, jedoch in deutlich weniger überzeugender Manier.

Jugendspieler Pascal König durfte erneut bei den Erwachsenen „reinschnuppern“, so Herbst, der zufrieden mit dem 17-Jährigen war. „Er hat das gut gemacht und wenig mit sich gehadert. Das war immer ein Problem von ihm im Jugendbereich.“ Mit 506:468 Holz hatte er kaum Probleme, Martin Berger drei SP und den MP abzunehmen. Alle vier Satzpunkte holte unterdessen Marcus Wolf, der Sebastian Weiß mit 525:481 souverän in seine Schranken weisen konnte. „Marcus kann eigentlich auch ein paar Holz mehr kegeln, brauchte er aber diesmal nicht“, stellte Herbst zufrieden fest. Der vierte MP sicherte dem KSV Germania zudem zumindest eine Punkteteilung.

Gegner demoralisiert sich selbst

Doch damit wollten sich die Borner nicht zufriedengeben. Andreas Scheuer und Erik Hansen traten im Schlusspaar auf die Bahn, um den zweiten Saisonsieg einzufahren. Scheuer machte seine Sache nach einer schwachen ersten Bahn sehr gut und spielte „deutlich über seinem eigenen Schnitt“, wie Herbst beobachtete. Er brachte 541 Kegel zu Fall und damit 38 mehr als sein Gegenüber Mirko Weiß (503). Der fünfte MP war jedoch nur noch Formsache – die Partie war längst entschieden. „Köthen kämpfte mehr mit den Kommentaren der eigenen Mitspieler, als mit uns. Sie haben sich selbst demoralisiert“, erinnert sich Herbst. Da fiel es kaum mehr ins Gewicht, dass Hansen seinen MP mit 471:520 gegen Ralf Hösler abgab.

„Heute hat die Leistung gereicht, aber gegen andere Gegner wird es mit diesem Gesamtergebnis schwer. Staßfurt wird sich beispielsweise nicht mit unter 3100 Holz zufriedengeben. Unser Problem ist es, dass wir nicht mehr ,über 32‘ kommen“, so Herbst. „Das müssen wir schnell abstellen, wenn wir unser Ziel, unter die besten vier Teams zu kommen, erreichen wollen.“ Die Partie gegen den SV Salzland am kommenden Sonnabend startet bereits um 12.30 Uhr.

Germania Borne: Henrik König (540), Stefan May (595), Pascal König (506), Marcus Wolf (525), Andreas Scheuer (541), Erik Hansen (471)