Dessau/Staßfurt l Die ersten Vorboten gab es bereits in der letzten Auszeit am vergangenen Sonntag. In der 52. Minute des Heimspiels gegen Anhalt Bernburg bat Pierre Altnau seine Spielerinnen nicht zum Mannschaftsrund, um an taktischen Stellschrauben zu drehen. Stattdessen ließ der Trainer des HC Salzland 06 ein deutlich hörbares Donnerwetter niedergehen.

Am Mittwoch nun stand während des Trainings die Nachbesprechung des mit 25:27 abgegebenen Derbys an. „Wir waren mit voller Kapelle angetreten. An der Ausdauer kann es daher nicht liegen, dass wir einen Vier-Tore-Vorsprung verspielen. Diese Niederlage war allein am Einsatz festzumachen.“ Und so waren zwei Dinge unumstößliche Tatsache: „Wir mussten Tacheles reden, auch wenn es einigen nicht gepasst hat.“ Wichtiger noch: „Auch wenn die Stimmung jetzt im Keller ist, wir kommen da alle nur gemeinsam wieder heraus“, so Altnau.

HCS im Rhythmus, der Gegner nicht

Die ersten Treppenstufen nach oben sollen daher am Sonntag genommen werden, wenn der Dessau-Roßlauer HV ab 17 Uhr in die Anhalt Arena lädt. Im Gegensatz zum HCS 06, der bereits fünf Spiele absolviert hat, ist dies nach rund einem Monat Wettkampfpause überhaupt erst der dritte Saisonauftritt für die Schützlinge von DRHV-Trainer Thomas Kirschstein. Vorteil Salzland also: „Wir sind im Rhythmus. In der vergangenen Saison hatten wir eine ähnliche Situation. Damals ist uns die lange Pause nicht gut bekommen“, erinnert sich der Salzland-Coach.

Dass sein Team so oder so eine hohe Hürde erwartet, steht außer Frage. „Dessau ist ein harter Gegner, der noch mehr zusammengewachsen ist. Dazu kommt mit Juliane Nabert eine Spielerin von Buna Schkopau hinzu, die für zusätzliche Qualität sorgt“, schätzt Altnau, der mit 13 bis 14 Spielerinnen und „ein, zwei personellen Fragezeichen“ die Reise an die Mulde antreten wird.

Die Eintstellung zählt

Im Gepäck sollte dann allerdings auch eine andere Einstellung als zuletzt liegen. Dass der HCS 06 nämlich keineswegs das Handballspielen verlernt hat, zeigte sich auch während des anhaltenden Negativlaufs. „Gegen Bernburg haben wir bis zuletzt die Chance auf den Ausgleich, auch bei TuS Magdeburg-Neustadt halten wir 40 Minuten stark mit. Wir dürfen die Spiele aber nicht mehr aus eigener Hand weggeben.“