Staßfurt l Einen bitteren Fußballnachmittag erlebte Landesligist SV 09 Staßfurt am vergangenen Sonnabend. Der bisherige Ligaspitzenreiter verlor nicht nur das Topspiel gegen den Magdeburger SC Preussen mit 0:2 (0:0), sondern auch Abwehrspieler Matthias Oehme mit einer schweren Verletzung.

Knie schwer verletzt

Es lief die 39. Spielminute der Partie, als Oehme nahe der eigenen Eckfahne zu Boden ging und dort auch liegen blieb. Das schmerzverzerrte Gesicht des Innenverteidigers blieb den etwa 100 Zuschauern im gut gefüllten Staßfurter „Stadion der Einheit“ zunächst verborgen. Das schmerzdurchtränkte Stöhnen vom Abwehrstabilisator der 09er ging aber wohl allen Anwesenden durch Mark und Bein. Man musste kein Mediziner sein, um auch aus der Ferne festzustellen, dass es sich um eine schwere Verletzung handelte. Oehme wurde anschließend sofort ausgewechselt und in der Halbzeitpause vom Personal eines herbeigerufenen Krankenwagens in dessen Obhut genommen. Erste Diagnose der Mediziner: „Er hatte am Spieltag gleich noch ein MRT, leider war aber kein Arzt zum Auswerten Vorort. Man muss aber mit dem Schlimmsten rechnen“, sagte ein deprimierter Staßfurter Trainer Jens Liensdorf. Dass „Schlimmste“ wäre in diesem Fall ein Kreuzbandriss. „Er hatte das schon zweimal und vermutet deshalb selber auch, dass es so ist“, ergänzte Liensdorf.

Sportlich war die Partie bis dahin von der Taktik geprägt. Beide Mannschaften scheuten in der Offensive das ganz große Risiko und waren darauf bedacht, keine entscheidenden Fehler zu machen. Folgerichtig war in beiden Strafräumen selten Aufregung angesagt.

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Dies änderte sich nach dem Seitenwechsel. Verantwortlich dafür war der quirlige Gästestürmer Patrice Goudou. Er erzielte in Minute 53 das 1:0 für die Magdeburger, profitierte dabei aber von einem kapitalen Schnitzer der Gastgeber. „Wir haben 25 Meter vor dem Tor den Ball verloren und der Gegner hat das gut ausgenutzt und sehr schnell umgeschaltet“, so Liensdorf. Dessen Team konnte anschließend zwar noch zwei Torschüsse der Preussen entschärfen, doch Schussversuch Nummer drei zappelte dann im Netz.

Systemumstellung

Staßfurts Trainer reagierte danach schnell und brachte mit Benjamin Kollmann einen zweiten etatmäßigen Stürmer und stellte vom 4-5-1-System auf ein 4-4-2 um. „Der Plan mit dem fünfer Mittelfeld ist gut aufgegangen. Wir haben nur wenig zugelassen. Ich würde es wieder so machen“, war Liensdorf auch nach der Partie überzeugt von der gewählten taktischen Grundausrichtung seiner Mannschaft. Offensiv schränkte diese das Spiel der 09er aber merklich ein. Verbunden mit einigen personellen Problemen bekamen die Bodestädter im Angriff kaum etwas zustande. Einzig ein Schuss an den Außenpfosten von Felix Jesse (70.) sorgte für Gefahr. Die Magdeburger legten indes durch Goudous zweiten Treffer, dem ein Foul an Marc Burdack voraus ging, noch das 2:0 nach. „Das war am Ende auch verdient“, so Liensdorf.

Tore: 0:1, 0:2 Patrice Goudou (54., 81.)

SR: Christopher Große (Augsdorf)

Zuschauer: 98