Atzendorf l So ein 3:0 ist das perfekte Ergebnis im Fußball. Vorne drei Tore erzielen und hinten keins bekommen – davon träumen viele Trainer. Und für Heinz Weile, den Coach der ZLG Atzendorf, wurde das am Wochenende bereits zum vierten Mal in Folge Realität. „Das ist eine sehr gute Serie“, lobte er. Mit 3:0 (2:0) haben die Atzendorfer den Tabellenletzten SC Seeland nach Hause geschickt. Vorher setzte sich der Tabellenfünfte der Landesklasse auch schon gegen Quedlinburg und Hötensleben, und dazu auch im Pokal gegen Hakeborn, mit diesem Resultat durch.

Und dieses Ergebnis drückt eben auch die derzeitige sehr erfolgreiche Spielweise aus. Auch Seeland bekam das zu spüren. „Wir waren defensiv wieder sehr gut und sind bei Ballbesitz schnell nach vorn und haben den Abschluss gesucht“, so Weile, der darin den Unterschied ausmachte. „Wir waren präsenter und cleverer als der Gegner.“ Seeland spielte laut dem ZLG-Coach „besser als erwartet“ und hat die Atzendorfer mit frühem Pressing regelrecht überrascht. So provozierte der SCS schon nach wenigen Sekunden einen ZLG-Fehler im Aufbau.

Gästefehler eiskalt genutzt

Während dieser aber ungestraft blieb, sah das auf der Gegenseite anders aus. Beim zweiten Angriff der Gastgeber, kurz zuvor hatte Kai Hänsch eine große Chance vergeben (8.), nutzten die Gastgeber einen Fehler von Seeland-Torwart Carsten Reihl. Nach einer Flanke von Philipp Voigtländer wehrte er einen Kopfball von Sebastian Tolle unglücklich genau vor die Füße von Hänsch ab, der im zweiten Anlauf das 1:0 erzielte (10.). „Damit hat er uns in die Spur gebracht, aber danach hat er sich gesteigert und viele gute Paraden gezeigt“, so Weile über Reihl.

Der Gästekeeper parierte stark gegen Tolle, der alleine vor ihm auftauchte. Aber Reihl bekam dem Fuß noch raus und verhinderte das 0:2. Das fiel dann aber doch noch vor dem „Pausentee“ nach einer Ecke durch Voigtländer (39.). Nach der Hereingabe waren Tolle und er hochgesprungen und aneinander geprallt. Der Ball lag im Tor, Tolle am Boden. „Keiner hat gejubelt, alle haben geschaut, ob es etwas Schlimmeres ist.“

Aber der mit 13 Treffern gefährlichste Stürmer der Liga konnte weiterspielen. In der zweiten Hälfte ließen er und seine Teamkollegen dann aber „viele gute Chanchen leichtfertig liegen“, sagte Weile. „In so einem Spiel geht das. Aber bei knapperen Partien müssen wir die Chancen besser nutzen“, fand Weile doch noch einen kleinen Kritikpunkt. Petr Harnicka sorgte mit dem dritten Tor aus spitzem Winkel (76.) doch noch dafür, dass die „3:0-Sieger zurückschlugen“ und die Serie erhalten bleibt.

Auch dass Tolle mal nicht traf, war kein Problem. „Wenn er mal kein Glück hat, springen andere für ihn in die Bresche“, lobte Weile. Und das war nicht immer so. In der Vorsaison hieß es oft: Entweder trifft Tolle oder keiner. Aber in dieser Saison läuft eben alles besser. Beängstigend ist der positive Lauf für Weile noch nicht, aber überraschend schon: „Das hatte so vorher keiner erwartet.“

Atzendorf: Fiser - Schmidt, Maier, Voigtländer, C. Rock (63. Ma. Gehrke), Tupy (75. Rapavy), Smetana, Hänsch, Hranicka, S. Rock, Tolle

Tore: 1:0 Kai Hänsch (10.), Philipp Voigtländer (39.), 3:0 Hranicka (76.), SR: Michael Andrae (Bernburg), ZS: 40