Staßfurt l Stefan Stein war um Deeskalation und Beruhigung des Spiels bemüht. 2:0 führte der SV 09 Staßfurt aus der Landesliga im Heimspiel am Sonnabend gegen Union Heyrothsberge, als der Stürmer dem zum Einwurf bereit stehenden Marcel Mähnert laut hörbar zurief: „Mach ruhig, wir führen 2:0.“ Mähnert hörte es, beruhigte sich und verzichtete auf den schnellen Einwurf.

Ja, man konnte das tatsächlich als Blaupause für die ganze Partie nehmen. Staßfurt kontrollierte die Partie zu fast jeder Zeit. Am Ende stand ein souveräner 3:0 (1:0)-Erfolg, mit dem die Bodestädter vor der ordentlichen Kulisse von 108 Zuschauern den zweiten Platz festigten. Auch das Fazit von Trainer Jens Liensdorf fiel positiv aus. „Es war ein souveräner Arbeitssieg.“

Zugleich bemängelte er aber vor allem die Spielweise seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit. „Wir waren gleich gut drin, Lukas Möller hatte auch eine große Chance. Aber fußballerisch haben wir nicht überzeugt. Im Vergleich zu den letzten Wochen war das durchschnittlich.“

Ungewohnte Probleme

Staßfurt hatte dabei ungewohnte Probleme im Spielaufbau. „Da waren wir unruhig, die Bälle wurden sinnlos nach vorn geschlagen“, kritisierte der Coach. „Vieles war Stückwerk. Wir haben zu kompliziert gespielt, den Nebenmann nicht gesehen, die Laufwege haben nicht gestimmt. Leider hat der Schiedsrichter auch sehr kleinlich gepfiffen, dadurch hat er den Spielfluss herausgenommen.“ Und doch erzielte der SV 09 kurz vor der Halbzeit im psychologisch günstigsten Moment den Führungstreffer. Nach einem langen Ball marschierte Stein allein in den Strafraum, schaute sich den Torwart aus und vollendete von rechts ins lange Ecke (45.).

Dieses Tor brachte den Staßfurtern Sicherheit. Auch die Ansage Liensdorfs in der Pause verfehlte seine Wirkung nicht. „Ich habe den Spielern in der Pause gesagt, dass Heyrothsberge Probleme beim Anlaufen über beide Seiten hat“, sagte der Trainer. Die 09er sollten also vor allem durch kluge Flankenwechsel und Tempodribblings von außen in den Strafraum die Abwehr der Gäste aushebeln. Was den Staßfurtern dann auch zunehmend besser gelang. Nach einem Fernschuss von Stein aus 25 Metern ließ Unions Torwart Christopher Biegelmeier den Ball abtropfen, Härtl verwertete den Abpraller im Stile eines klassischen Strafraumstürmers (58.).

Chancen ungenutzt

Danach häuften sich die Gelegenheiten. Eine Doppelchance durch Felix Jesse und Härtl (62.) blieb aber ebenso ungenutzt wie ein Stein-Kopfball (63.). Nick Unger testete die Standfestigkeit der Latte (65.), Härtl scheiterte im Eins-gegen-eins gegen den Torwart nach einem weiten Abschlag von Tobias Witte (67.). Aber erst eine feine Kombination kurz vor Spielschluss sorgte für die Entscheidung. Unger schickte auf der rechten Seite den eingewechselten Matthias Lieder auf die Reise, der schob nach innen zu Stein: 3:0 (87.). Am Ende blieb es ein Arbeitssieg. Nicht besonders spektakulär aber souverän.

Groß freuen und ausruhen kann sich der SV 09 aber nicht. Am Mittwoch schon tritt Staßfurt zum Nachholspiel beim SV Förderstedt an. Am kommenden Sonnabend müssen die Bodestädter dann beim VfB Ottersleben ran. „Die Terminierung ist sehr ungünstig“, so Liensdorf. Trotzdem kann Staßfurt in den nächsten Wochen den Grundstein legen, um das Saisonziel Medaillenplatz zu erreichen. Vielleicht geht sogar noch mehr? Schließlich fehlen nur zwei Punkte auf Tabellenführer Westerhausen. „Wir sind oben dran, ja. Aber wir werden jetzt keine neue Zielstellung ausgeben. Wir sind völlig im Soll.“ Ein direkter Durchmarsch in die Verbandsliga steht also nicht an. Noch nicht. Der SV 09 denkt von Spiel zu Spiel. Wer weiß schon, was noch passiert?

Staßfurt: To. Witte – Stein, Moye (60. Mähnert), Unger, Härtl (78. Siegel), Jesse, Schmidt, Nagel, Stachowski, Horstmann, Möller (69. Lieder)

Tore: 1:0 Stefan Stein (45.), 2:0 Matthias Härtl (58.), 3:0 Stefan Stein (87.); SR: Mario Jeske (Germania Wartenburg); ZS: 108