Hakeborn/Atzendorf l Die „Kleinen“ waren am Samstagmorgen wieder etwas großspuriger unterwegs. Neben dem Foto vom gemeinsamen Kabinenfrühstück setzte der SV Warthe Hakeborn auch gleich folgende Botschaft via Facebook in die Welt: „Es riecht nach Berlin.“ Die große weite DFB-Pokalluft weht nun allerdings mindestens drei weitere Spielzeiten ohne den Fußball-Kreisligisten. Erst im kommenden Jahr kann die Elf von Trainer Steffen Wilke einen neuen Anlauf über die erste Treppenstufe, die da Salzlandpokal lautet, nehmen. Dort war nämlich am Sonnabend gegen die Landesklasse-Kicker der ZLG Atzendorf mit 0:3 (0:1) Endstation.

Deren Trainer und gebürtiger Hakeborner Heinz Weile verteilte über dem Unterlegenen aber zumindest das Lob: „Warthe hat bis zur letzten Minute gekämpft.“ Und angesprochen auf die zwei Herzen in der samstäglichen Trainerbrust: „Wenn der Gegner mit einer wirklich großartigen Leistung ins Halbfinale eingezogen wäre, hätte ich es ihm natürlich auch gegönnt.“ So aber spielte der Favorit einfach zu abgezockt und erzielte folgerichtig auch die Treffer.

ZLG erwischt Traumstart

Noch nicht einmal zehn Minuten waren vergangenen, als Petr Hranicka auf der rechten Atzendorfer Seite durchstartete und in der Mitte Maximilian Gehrke bediente – 1:0. In der Folge verbuchten zwar auch die Gastgeber den ein oder anderen sporadischen Konter, doch spielerisch und bei der Chancenverteilung gab der Favorit die Schlagzahl vor.

Weil weitere Möglichkeiten bis zur Pause aber ungenutzt blieben, hatte es ZLG-Kapitän Stefan Rock nach Wiederbeginn umso eiliger und besorgte zügig das 2:0 (48.). Der gute Start in den zweiten Durchgang verlieh den Atzendorfern weiter Auftrieb. Hakeborn biss sich über den Kampf zurück und übertrieb es nach 69 Minuten ein wenig. Den fälligen Strafstoß versenkte Marcel Maier zur 3:0-Vorentscheidung. Kurz darauf schien doch noch der versöhnliche Pokal-Moment des Außenseiters, der zuvor bereits mit dem TSV Kleinmühlingen/Zens einen der Cup-Anwärter ausgeschaltet hatte, gekommen zu sein. Doch auch der Ehrentreffer blieb dem SVW, der einen Elfmeter verschoss (77.), verwehrt.

Vorfreude aufs Halbfinale

Die Maßgabe, ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden, hat die ZLG also höchst seriös umgesetzt. „Als höherklassige Mannschaft ist man natürlich immer favorisiert, aber wir wissen auch, dass im Pokal viel passieren kann. Wir freuen uns umso mehr, dass wir verdient in die Runde der letzten Vier eingezogen sind und sehen, was die Auslosung bringt“, blickte Weile voraus. Den Hakebornern bleibt derweil nach dem beendeten Pokal-Abenteuer in knapp zwei Wochen die Rückkehr ins Liga-Geschehen. Und natürlich die Hoffnung, dass sich in der kommenden Saison wieder ein paar Vorboten der Berliner Luft über dem heimischen Sportplatz zeigen.
Hakeborn: Scherbaum – Martin, Engelhardt, Gruber, Niemann, Allert, Bertling, Waldbauer (69. Kubetzek), Heinemann (46. Dzicher), Genzel (32. Heberling), Unger
Atzendorf: Brüggemann – Schmidt, Maier, Voigtländer, C. Rock (83. Knoll), Tupy (79. Leuchtmann), Rapavy, Hranicka, S. Rock, Hänsch (83. Rübsam), Ma. Gehrke
Tore: 0:1 Maximilian Gehrke (9.), 0:2 Stefan Rock (48.), 0:3 Marcel Maier (69., FE); SR: Mike Feller (Staßfurt); ZS: 61