Atzendorf l Er klatsche dreimal in die Hände und bemühte sein durchaus lautes Organ. „Kommt schon, draufgehen“, brüllte Steffen Linsdorf seinen Teamkollegen von der ZLG Atzendorf zu (23.). Der SV Wolmirsleben, Gegner im Testspiel, hatte einen Einwurf an der eigenen Eckfahne. Und der ZLG-Routinier wollte, dass wirklich jede Anspielstation gedeckt ist. Mit Erfolg: Die Gäste konnten den Ball nur nach vorn schmettern, zur Freude von Liensdorf. Mit seiner Erfahrung und seinem Ehrgeiz trieb der Offensivspieler seine Mannen an. Und das, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt schon 2:0 führten.

Patrick Tacke hatte nach elf Minuten eine gute Idee und steckte den Ball perfekt auf Kai Hänsch durch. Der Außenspieler vollstreckte zum 1:0. Wenig später bewies sich Hänsch als Vorbereiter und legte Linsdorf das 2:0 (15.) auf. Die Atzendorfer waren nicht nur in der Anfangsphase, sondern fast über die ganze Spielzeit das überlegene Team. Am Ende verbuchte die Weile-Elf einen 5:2 (3:1)-Sieg. Klar, der Landesklassist geht auch eine Liga höher an den Start als der Salzlandligist aus Wolmirsleben. Aber bei der ZLG haben gleich zwölf Spieler gefehlt. „Es war ein neu zusammengewürfeltes Team, trotzdem haben wir uns schnell reingefunden“, war Bernhard Knoll, der sportliche Leiter, zufrieden. „Wir haben so gespielt, wie wir uns das vorgenommen hatten.“

Vor allem mit der Chancenverwertung war Knoll mehr als einverstanden. Denn im Verlauf der ersten Hälfte erarbeitete sich zwar auch der SVW mehr Spielanteile, die nächste Großchance hatten aber wieder die Gastgeber. Und die war direkt wieder drin. Die Atzendorfer bauten kontrolliert auf und warteten auf Lücken. Und so eine erkannte Marcus Brüggemann. Sein langer Ball erreichte Hänsch, der auf rechts frei durch war und flach in die Mitte spielte. Linsdorf verlängerte und Maximilian Gehrke staubte zum 3:0 ab (42.).

Gasttreffer vor der Pause

Kurz vor dem Pausenpfiff trafen dann aber auch noch die Gäste. Weil Felix Rübsam wegrutschte, hatte Florian Sauer freie Schussbahn und brachte den Ball im Tor unter. Weil auch die Abwehr komplett neu formiert war, hatte Knoll aber Verständnis. Den 19-jährigen Rechtsverteidiger lobte er: „Felix Rübsam macht das immer besser, generell haben sich die jungen Leute gut integriert.“ Denn mit Nick Cosic und Kenneth Nimmich kamen sogar noch zwei 17-Jährige zum Einsatz.

Aber auch die Offensive konnte sich sehen lassen. „Da sind wir sogar noch besser aufgestellt als im Vorjahr, weil es sich mehr verteilt“, so Knoll. Der ehemalige Goalgetter Sebastian Tolle, der beim Test zu Besuch war, sah nicht nur einen überzeugenden Linsdorf, sondern auch einen sehr guten Hänsch, der nach gutem Pass von Kay Faatz zunächst das 4:1 (59.) erzielte. Nach dem Treffer der Gäste durch Julien Karasch (76.), der als Torhüter angefangen hatte, setzte Hänsch auch den späten Schlusspunkt (85.). Damit war er an allen Toren beteiligt. „Das sind erst die Anfänge, er hat noch Trainingsrückstand“, verrät Knoll, der spätestens nach diesem letzten Testspiel sehr optimistisch auf die kommende Saison in der Landesklasse IV blickt.

Atzendorf: Eisenträger (46. Nöpel) - Tacke, Rübsam (46. Brüggemann), Schmidt, Horn, Faatz (46. Nimmich), Linsdorf, Cosic, Hänsch, Knoll, Gehrke

Wolmirsleben: J. Karasch - Stock, Salzmann (46. Holle), Schütze, Maier, Sauer (46. Iffländer), Rodriguez-Gomez, Kutz, Müller, Frost, Wullstein (46. Hinze)

Tore: 1:0 Hänsch (11.), 2:0 Linsdorf (15.), 3:0 Gehrke (42.), 3:1 Sauer (45.), 4:1 Hänsch (59.), 4:2 J. Karasch (76.), 5:2 Hänsch (85.): SR: Daniel Heine (Eickendorf)