Bernburg l Mit einem Sieg des favorisierten Landesklasse-Vertreters Schackstedter SV gegen den Egelner SV Germania endete das Pokalendspiel 2014. Nach den Erfolgen 2004 und 2005 im KFV Bernburg war es bereits der dritte Kerispokalsieg für den SSV. Doch nur zwölf Monate später war jeder Grund zum Jubeln verflogen. Nach einer starken Startphase des Salzlandligisten aus der Egelner Mulde, mit dem verdientem Führungstreffer durch David Bunde, wurde die Landesklasse-Elf aus Schackstedt agiler. Die SSV‘ler hatten den Gegner anfänglich unterschätzt drehten die Partie jedoch – mit dem nötigen Abschlussglück – noch vor der Pause. Insbesondere die Schlussphase der ersten 45 Minuten hatte es in sich, mit gleich zwei Treffern für den SSV durch Marvin Vatthauer (45.) und dem ersten Tor von Sebastian Horner (45.+3). Hälfte zwei war dann ein äußerst hitzig geführtes und von teilweise verbittertem Kampf geprägtes Spiel. Am Ende hatten die favorisierten Schackstedter aber mehr zuzusetzen und mit ihrem dreifachen Torschützen Sebastian Horner einen eiskalten Knipser, der an diesem Tag den Unterschied ausmachte.

Überschattet wurde der Finaltag jedoch durch die Geschehnisse nach dem Abpfiff. Beide Fanlager hatten sich nicht im Griff und es kam zu Ausschreitungen auf beiden Seiten. Sie beschäftigten anschließend noch das Sportgericht des Kreisfachverbandes Fußball Salzland.

Freude hält nicht lange an

Doch lange konnte sich der Landesklassist nicht im Ruhm des Endspielsieges sonnen. Durch eine 1:4-Heimniederlage gegen den SV Dessau 05 endeten bereits in der ersten Landespokalrunde alle Träume von weiteren hochkarätigen Gegnern. Und überhaupt wurden im Laufe der Spielzeit 2014/15 immer mehr Risse in der Mannschaft des SSV sichtbar. Nachdem Trainer Alexander Rebel im März 2015 seinen Wechsel zum SV 08 Baalberge bekanntgab und etliche Spieler sich entschieden, ihm zu folgen, war nur zwölf Monate nach dem dritten Pokalerfolg das Ende der Schackstedter besiegelt.

Der Verein, der nur sieben Jahre zuvor mit dem Aufstieg in die Landesliga den größten sportlichen Erfolg der eigenen Geschichte feierte, zog sich aus der Landesklasse zurück. Es war bereits die zweite „Pause“ beim SSV. Schon zwischen 1991 und 1994 ruhte der Ball „Am Fuchsloch“. Nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs ging es sportlich jedoch wieder bergauf. Zur Jahrtausendwende gelang wieder der Aufstieg in die Kreisliga, der damals höchsten Spielklasse im KFV Bernburg. Im ersten Jahr wurde der SSV hier Dritter, dann Zweiter und 2003/04 folgte der erste und einzige Kreismeistertitel für Schackstedt. Auf Anhieb belegte der SSV in der Landesklasse 2004/05 und den zwei folgenden Spielserien Platz zwei. Zudem konnte der Verein direkt nach dem Aufstieg zweimal in Folge den Kreispokal im KFV Bernburg für sich entscheiden. Es schien der Beginn einer späten, aber verdienten Erfolgsgeschichte für die Sportler des Schackstedter SV zu werden, die jedoch zehn Jahre später ein unrühmliches Ende fand.

Diesmal scheint das Aus für die Fußballer aus Schackstedt endgültig zu sein. Zwar spielte man bis zur Saison 2018/19 noch in Spielgemeinschaft mit Ilberstedt – zunächst in der Kreisliga, zuletzt seit 2016 in der 1. Kreisklasse – doch inzwischen ist der Verein endgültig von der Fußball-Landkarte verschwunden. Mit einer weiteren Rückkehr ist in naher Zukunft nicht zu rechnen.