Staßfurt l Die glorreichen Sieben (Originaltitel: The Magnificent Seven) ist ein US-amerikanischer Western von Antoine Fuqua aus dem Jahr 2016. Es handelt sich um eine Neuverfilmung des 1960 erschienenen gleichnamigen Klassikers von John Sturges. In den Verfilmungen haben die sieben Charaktere die unterschiedlichsten Fähigkeiten. Doch eins können die legendären Westernhelden alle – scharf Schießen!

Und diese Fähigkeit vereint sie mit zehn Fußballern aus Sachsen-Anhalts Verbandsliga. Von ihnen wurde aber natürlich nicht mit Colts und Gewehren auf Bösewichte gezielt, sondern auf Tornetze. Diese sollten und sollen zappeln. Und bei den glorreichen zehn Ballermännern in Sachsen-Anhalts Fußball-Oberhaus taten sie es. Und zwar regelmäßig. Und so entwickelte sich in mittlerweile fast drei Jahrzehnten des Ligabestehens ein elitärer Kreis. Denn nur die zehn Torjäger haben in der Verbandsliga dreistellig getroffen – also jeder über 100 Mal. Rekordhalter ist Sirko Czarnetzki von Romonta Amsdorf. 238 Tore gingen in 16 Spielzeiten auf sein Konto. Dicht dahinter ist Sven Potyka platziert. Ihm gelangen 236 Treffer. Jedoch ist er der heimliche Rekordmann. Im Gegensatz zu Czarnetzki benötigte er nämlich nur 12 Saisons dafür, lief zwischen 1990 und 2006 aber auch für vier Vereine auf.

In der Torschützenliste von drei Verbandsliga-Teams taucht indes der Staßfurter Matthias Härtl auf. Für Edelweiß Arnstedt, den TV Askania Bernburg und seinen Heimatverein SV 09 Staßfurt markierte er 171 Treffer und ist damit dritter der ewigen Torjägerliste. Bei zehn Spielzeiten im Oberhaus bedeutet das für Härtl einen Schnitt von über 17 Treffern pro Saison. Das kann sich sehen lassen.

Ebenfalls zu den Top Ten gehören Alexander Gründler (148), Tobias Cramer (122), Sandro Michalak (122), Stefan Bebber (109), der ehemalige Stürmer von Union Schönebeck Philipp Glage (108) sowie Virginijus Dapkus (102) und André Linzert (101).

Doch was treibt diese Männern an? Es ist die Gier nach Toren, die einer Sucht gleich kommt. Die Motivationen sind dabei zuweilen sehr unterschiedlich. Manchmal sogar trivial. So wie beim ehemaligen niederländischen Nationalspieler Ruud van Nistelrooy. Dieser beantwortete die Frage danach, wie denn ein Tor klingen würde mit einem einfachen „Tschouuuu!“ Und dieses Geräusch wurde sein Antrieb zum Toreschießen: „Keine Ahnung warum, aber ich brauche diesen Sound. Ich habe es als Kind immer gehasst, wenn auf dem Bolzplatz keine Netze im Tor waren. Ich muss dieses Geräusch einfach immer wieder hören“.

Nur gut, dass bei den Spielen in Sachsen-Anhalts Verbandsliga Tornetze Pflicht sind. Und so werden in Zukunft ganz sicher noch oft die Netze zappeln und es andere Spieler in den 100er-Club der besten Torschützen schaffen. Bis dahin bleibt es aber erstmal bei den glorreichen Zehn um den Staßfurter Matthias Härtl.