Staßfurt l Im Heimspiel gegen den SV Stahl Thale ließ Landesligist SV 09 Staßfurt nie Zweifel am Sieg aufkommen und schlug das Kellerkind aus dem Harz klar mit 4:0 (3:0). Dabei imponierte Trainer Jens Liensdorf vor allem die erste Hälfte: „Das war vorbildlich. Wir haben sehr schönen Fußball gezeigt.“ Und so gingen die Staßfurter bereits nach sechs Minuten in Führung. Matthias Härtl, der sein 500. Spiel für die 09er absolvierte, köpfte eine Ecke von Kapitän Michael Schmidt ein.

Zum aus Staßfurter Sicht einzigen negativen Punkt an diesem Tag kam es dann in der 12. Minute. Stürmer Benjamin Kollmann verletzte sich am Knöchel. „Er ist unglücklich aufgekommen.“ Folglich war Härtl dann der einzige Abnehmer für Flanken. Der 36-Jährige ließ zwar auch einiges liegen, zeigte sich aber bei den Hereingaben von Marcus Bolze (21.) und Chris Horstmann (28.) eiskalt und machte damit seinen Hattrick zum Jubiläum perfekt. „Er hat sehr gut gespielt, die Rückrunde ist seine Serie“, lobte Liensdorf seinen seit Wochen formstarken Angreifer. „Aber es ist eigentlich egal, wer trifft.“

Wichtiger war dem Coach, dass die Staßfurter gegen einen Gegner, dem sie klar überlegen waren, nie aufsteckten. „Das war ein schönes Tempospiel, wir haben den Gegner früh unter Druck gesetzt.“ Und so kamen die Harzer über weite Strecken nicht einmal aus der eigenen Hälfte heraus. Bis in die Schlussphase waren die Hausherren am Drücker und ließen nie nach. Zwei Minuten vor dem Schlusspfiff holten die Staßfurter dann noch einen Elfmeter raus, den David Siegel souverän verwandelte. Der Mann des Tages war aber dennoch Härtl, der mit seinem Dreierpack auf insgesamt zehn Saisontore kommt.

Nur zwei Tage später war der Stürmer erneut erfolgreich. Beim Auswärtsspiel der 09er beim SV Irxleben markierte Härtl bereits nach drei Minuten den 1:0-Führungstreffer. Doch weitere Tore blieben ihm am Ostermontag verwehrt. Genauso wie seinem Club die drei Punkte. Denn das Topspiel der Landesliga endete mit einem 1:1-Remis. Und damit war Liensdorf gar nicht zufrieden. „Wir waren sportlich die klar bessere Mannschaft, haben aber einige hochkarätige Chancen liegen lassen“, ärgerte sich der Trainer des SV 09.

Dabei war es nicht so, dass die Staßfurter wieder über zehn Möglichkeiten hatten wie gegen das Kellerkind aus dem Harz. Aber dennoch zählte der Coach mehrere Großchancen. Und diese wurden bis auf das frühe Tor eben nicht genutzt. „In einer so engen Partie müssen wir da mehr Kaltschnäuzigkeit zeigen“, forderte der Trainer, der davon abgesehen aber sehr zufrieden war. „Wir haben spielerisch klug agiert und waren trotz ähnlicher Tabellensituation sicher ein oder zwei Klassen besser als der Gegner, das ist positiv.“

Die Gastgeber, die im zweiten Durchgang präsenter in den Zweikämpfen waren, kamen nach dem Wiederanpfiff schnell zum 1:1 durch Tobias Herrmann (48.). „Das war die einzige Chance, die Irxleben aus dem Spiel heraus gegen uns hatte“, berichtete Liensdorf. Aber die reichte. Nachdem Marcus Bolze den Ball verloren hatte, spielte der SVI die Kugel in die Schnittstelle und kam so zum Ausgleich.

Aber auch danach waren die Staßfurter am Drücker. Und hatten eine weitere Großchance. Ausgerechnet durch Härtl, der gerne noch ein Tor mehr auf dem Konto gehabt hätte. Nach einem Freistoß von Stefan Stein köpfte er aus fünf Metern nur den Torwart an. Und so ließen die Staßfurter zwei Punkte liegen. Aufgrund der schlechten Chancenverwertung. Das ist genau das, was dem Tabellenzweiten noch fehlt im Moment. Ob sich das in den nächsten Wochen noch rächt, bleibt abzuwarten.

SV 09 (gegen Thale): To. Witte - Bolze, Stein (68. Siegel), Moye, Müller (45. Ti. Witte), Härtl, Kollmann (17. Unger), Schmidt, Stachowski, Horstmann, Möller

Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Matthias Härtl (6., 21., 28.), 4:0 David Siegel (88.), SR: Daniel Fritzsche (Bitterfeld-Wolfen), ZS: 47

SV 09 (gegen Irxleben): To. Witte - Nagel, Stein, Moye, Müller (75. Möller), Unger (46. Abresche), Härtl, Schmidt, Bolze, Stachowski, Horstmann

Tore: 0:1 Matthias Härtl (3.), 1:1 Herrmann (48.), SR: Mario Jeske (Wartenburg), ZS: 120