Förderstedt/Atzendorf l Unterschiedlicher hätte der Saisonauftakt für die beiden Landesklasse-Teams kaum verlaufen können. Während die Atzendorfer mit einem fulminanten Heimsieg gestartet sind, und nach 90 Minuten auf dem zweiten Tabellenplatz liegen, gerieten die Förderstädter beim 1. FSV Nienburg gehörig unter die Räder und starten das neue Spieljahr nach der 0:5-Pleite als Tabellenletzter.

Vor dem zweiten Spieltag an dem beide Teams im direkten Duell aufeinandertreffen, scheinen die Rollen somit klar verteilt. „Nach den Ergebnissen von letzter Woche ist es verständlich, dass man uns in der Favoritenrolle sieht“, muss auch ZLG-Coach Stefan Rock eingestehen. „Diese Rolle nehmen wir auch an, denn schließlich wollen wir das Derby gewinnen. Doch solche Spiele nehmen manchmal einen ganz merkwürdigen Verlauf.“

Bestes Beispiel, was der Atzendorfer Übungsleiter meint, ist das letzte Aufeinandertreffen beider Teams in der Saison 2019/20. Am elften Spieltag waren die ZLG-Kicker ebenfalls zu Gast in Förderstedt und hatten nach 41 Minuten mit 3:1 geführt. Das 1:0 fiel bereits in der zweiten Minute nach einem Foulelfmeter. Doch mit zwei Treffern noch vor der Pause sowie einem schnellen Tor nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber die Partie gedreht. Am Ende mussten die Atzendorfer froh sein, beim 4:4-Remis überhaupt einen Punkt mitgenommen zu haben.

Von diesem Duell zehren die Förderstedter heute noch. Und der Verlauf macht Hoffnung, auf einen besseren Ausgang, als in der Woche zuvor. Förderstedts sportlicher Leiter, Herbert Busch, der die Partie gegen Atzendorf vor nicht allzu langer Zeit als „Spiel wie jedes andere“ bezeichnet hatte, muss nun eingestehen, dass „die Mannschaft inzwischen verinnerlicht hat, dass es ein Derby ist. Im Training am Dienstag hat man gesehen, dass die Mannschaft heiß ist“. Bei diesem gefehlt hat der in Nienburg verletzungsbedingt ausgefallene Benjamin Kollmann. Dennoch ist Busch vorsichtig optimistisch, dass er am zweiten Spieltag dabei ist. „Er will es im Abschlusstraining versuchen. Dann entscheiden wir, ob er spielen kann.“ Wieder im SVF-Kader stehen wird zudem Mittelfeldmann Felix Fritsch.

Personelle Änderungen

Doch auch bei den Gästen wird es personelle Veränderungen geben. Marcel Maier fällt verletzt aus, dafür kehren Philip Voigtländer und Sven Wolter zurück. Unabhängig von den nötigwerdenden Wechseln in der Defensive hat ZLG-Trainer Rock in der Vorbereitung auf das Spiel großen Wert auf das Abwehrverhalten gelegt, welches gegen Altenweddingen einer der wenigen Kritikpunkte war. „Wir haben die Fehler ausgewertet und analysiert. Wir müssen uns beim Verteidigen einfach cleverer anstellen“, mahnt er.

Eine Aussage, die auch Herbert Busch für den SV Förderstedt unterschreiben würde. „Das Trainerteam hat das eine oder andere Einzelgespräch geführt und den Spielern klar gemacht, dass man so nicht in ein Punktspiel gehen darf.“ Gegen Atzendorf sollen die SVF-Fußballer im Zweifelsfall lieber das eigene Tor verteidigen, als kopflos nach vorne zu stürmen, um zu versuchen, ein eigenes Tor zu erzielen. „Aber natürlich kannst du dich in einem Derby nicht 90 Minuten hinten reinstellen. Das kann man den Fans nicht verkaufen und den Spielern schon gar nicht“, so der sportliche Leiter der Förderstedter.

Der Schlachtplan für das Lokalderby ist ohnehin ein anderer. „Gegen Nienburg konntest du dich nicht auf einen Spieler konzentrieren. Die sind in allen Mannschaftsteilen sehr stark. Bei Atzendorf sehe ich das nicht so“, kann sich Busch eine kleine Spitze in Richtung des Gegners nicht verkneifen. „Wenn du da die richtigen Akteure aus dem Spiel nimmst, ist vielleicht etwas möglich.“ Das diese Spieler vor allem in der Atzendorfer Offensive um Rückkehrer Sebastian Tolle zu suchen sind, ist für Busch kein Geheimnis. „Wir werden unsere Startelf sicher ein wenig defensiver aufstellen, als zuletzt.“

Die ZLG Atzendorf wird ihr Glück wieder in der Offensive suchen, wie Rock erklärt. „Natürlich ist es wichtig, dass die Null steht, aber ohne Tore gewinnst du kein Spiel. Wir wollen einen frühen Treffer erzielen, um die Partie in unsere Richtung zu lenken.“

Dass ein frühes Tor jedoch nicht gleichbedeutend mit dem Sieg ist, wissen die Atzendorfer spätestens seit dem letzten Duell mit Förderstedt.