Salzlandkreis l Der Wind pfiff Thomas Stephan im hohen Norden hörbar um die Ohren, zu verstehen war er kaum. Aber auch im Urlaub in Island lässt den Trainer vom Salzlandligisten Egelner SV Germania sein Heimatverein nicht los. Ein kurzes Gespräch über die Egelner? „Können wir machen.“ Und er macht es ja auch sehr gerne. Denn die Saison 2017/2018 des ESV war recht erfolgreich. Nach einem großen Umbruch vor zwei Jahren mit der Integration von vielen jungen und hungrigen Spielern schrammte Egeln im ersten Jahr nur knapp am Abstieg vorbei. Im zweiten Jahr lief die Mannschaft auf Rang sieben ein. Nachdem sie nach der Hinrunde sogar den vierten Platz belegt hatte. „Alles ist gut, wir sind sehr zufrieden“, sagt Stephan. Highlights waren die zwei Siege gegen Einheit Bernburg oder der 2:1-Heimsieg gegen Neugattersleben am 10. September. Auch gegen Meister Felgeleben verlor Egeln nur jeweils mit einem Tor.

Das Geheimnis ist die gesunde Mischung. Mit Lukas Jahn (19), Philipp-Lukas Hohmann (20), Nick Brock (19) und Lukas Radl (21) haben die Egelner beispielsweise ein sehr junges Quartett, das mehr als 20 der 26 Saisonspiele absolviert hat. „Das ist der Grund für unseren Erfolg. Die Jungspunde mussten sich erst einmal an die Liga gewöhnen, aber sie haben sich alle weiter entwickelt“, erklärt Stephan.

Neben den jungen Wilden setzen die Egelner aber natürlich auch noch auf die alten Hasen um Steffen Brauer (37), Steffen Bohne (30), Jens Brauer (32) oder Daniel Mohr (37). „Ohne die Alten geht es noch nicht“, so Stephan. Dazu passen auch die Neuzugänge. Stürmer Sascha Setzer (31) kommt von Kreisligist Fortuna Schneidlingen. Mittelfeldspieler Tobias Liste (33) wechselt von Germania Kroppenstedt aus der Bördekreisliga nach Egeln. „Wir wollen mehr Routine ins Spiel bekommen“, sagt Stephan. „Denn gegen Mannschaften von unten, wo wir das Spiel machen müssen, tun wir uns schwer.“ An dieser Baustelle will der Egelner SV Germania noch arbeiten.

Große Personalnot

Eine sehr extreme Saison hat der SV Rathmannsdorf durchgestanden. In der Hinrunde blieb der SVR wegen permanenter Personalprobleme komplett ohne Punkte. Und hielt am Ende doch die Liga. Eine bärenstarke Rückrunde mit 20 Zählern machte das möglich. Es war ein erklärbares Wunder. „In der Hinrunde haben uns immer drei bis fünf Leute gefehlt. Oft sind wir mit acht bis zehn Mann angetreten“, blickt Spielertrainer Ronny Schneidewind zurück. „Wir waren trotzdem nicht schlecht. Die Spieler waren mit Herz bei der Sache. Die Moral war erstaunlicherweise sehr gut.“

Und im Winter wurde alles besser. Ex-Trainer Frank Oehme kehrte freiwillig aus dem Ruhestand zurück, um Schneidewind als Co-Trainer zu unterstützen. Dazu rüstete der SVR personell auf. Matthias Kürschner und Yves Biermordt stießen neu dazu. Dazu kehrten die Ex-Spieler Chris Ingler, Marcel Poser, Marcel Menzel und Mathias Goerke zurück, die Quantität und vor allem Qualität zurück brachten. Sofort im ersten Spiel im neuen Jahr ging die Aufholjagd los. Dem 2:1 beim starken SV Einheit Bernburg folgte der 4:2-Heimsieg gegen Winningen. Da war der Glaube zurück. Wobei der eigentlich nie weg war. „Ich habe nie am Klassenerhalt gezweifelt. Ich wusste, dass Aschersleben schwächer ist als wir“, sagt Schneidewind. Am Ende überflügelte der SVR sogar noch den SV 09 Staßfurt II.

Besonders auf zwei Stürmer konnte sich Rathmannsdorf verlassen. Biermordt und Ingler schossen allein 13 der 25 Treffer in der Rückrunde. Ingler kam auf sechs, Biermordt auf sieben Tore. „Ich kann nur den Hut ziehen“, so Schneidewind. Das gilt aber für die gesamte Mannschaft. Wenn am Sonntag die 1. Runde im Sparkassen-Cup gegen den 1. FSV Nienburg ansteht, ist das Selbstvertrauen groß. Auch für eine gute Saison 2018/2019. „Wir werden im nächsten Jahr 100 Jahre“, erklärt Schneidewind. „Da wollen wir doch nicht schlecht dastehen.“ Die Zeichen stehen gut.