Staßfurt l Zahlreiche Gäste hatten sich am kalten Abend des 6. Dezember 2002 im Staßfurter Stadion der Einheit eingefunden. Der Bürgermeister der Stadt, Martin Kriesel, sowie weitere Vertreter der Stadtverwaltung, die ausführende Baufirma und natürlich auch Trainer und Verantwortliche des SV 09. Sie alle wollten der feierlichen Einweihung des neuen Kunstrasenplatzes beiwohnen. Kriesel eröffnete den Abend mit einer Ansprache an die anwesenden Gäste, die er damit beendete, den Sportvereinen der Stadt Staßfurt viel Erfolg für die kommenden Aufgaben zu wünschen. „Alle Vereine, auch die aus den eingemeindeten Orten, haben die gleichen Rechte und Pflichten“, merkte Kriesel an, fügte jedoch hinzu: „das Primat bleibt aber beim SV 09“.

Doch damit waren genug Worte gewechselt. Da der neue Platz vorrangig für die Fußballer der Bodestadt gedacht war, eröffneten diese das neue Geläuf auch mit einem Spiel. Die erste und zweite F-Jugendmannschaft der 09er traten im vereinsinternen Duell gegeneinander an und zeigten den Zuschauern ein packendes Spiel. Insgesamt fielen acht Tore, diese waren allerdings recht einseitig verteilt. Die F1-Jugend setzte sich mit 8:0 gegen den zweite Vertretung durch.

Doch das Ergebnis war an diesem Tag zweitrangig. Die Freude über den neuen Platz stand im Vordergrund und so dankte der Präsident des SV 09, Lutz Schnitzker, abschließend auch allen, die zu diesem Ereignis gekommen waren. „Wir haben heute mit dem modernsten Kunstrasen des Landes ein Kleinod erhalten, der unseren Sport weiter vorantreiben wird. Wir Fußballer sind von diesem Platz schon jetzt überzeugt“, hielt er fest. Das große Nikolausgeschenk der Stadt an den Verein war mehr als geglückt.

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Doch damit nicht genug. Die Umbaumaßnahmen am Stadion der Einheit waren damit noch nicht abgeschlossen. Keine zwei Jahre später gab es erneut Grund zu Feiern. Bereits 1994 war die Flutlichtanlage an der Hecklinger Straße eingeweiht worden – damals mit einem Testspiel der ersten gegen die zweite Mannschaft. Diese Partie hatte noch auf dem damaligen Hartplatz stattgefunden, doch nach dem Umbau zum Kunstrasenplatz, war dieser erstmals auch geeignet, um Pflichtspiele auszutragen.

Somit kam es am 12. Spieltag der Landesliga-Saison 2004/05 zur Flutlichtpremiere in einem Punktspiel. Gegner waren die Kreisstädter vom TV Askania Bernburg, die zum Prestigeduell anreisten. Doch die Freude über das Novum gegen den Salzland-Rivalen hielt nur kurz an, denn die Partie endete nicht mit dem gewünschten Ergebnis.

Dabei war der Auftakt vielversprechend. Auf der etwa vier Zentimeter dicken Schneeschicht, die den Kunstrasen bedeckte, kamen die Platzherren zunächst besser zurecht und konnten durch Patrick Höppner (4.) früh in Führung gehen. Doch nach einer Viertelstunde wurden die Bernburger immer besser und spielbestimmender. Der Ausgleich (20.) war nur eine Frage der Zeit.

Auch in der zweiten Spielhälfte war Askania das bestimmende Team und holte sich so einen verdienten 3:1-Auswärtssieg. Es sollte der Beginn einer Aufholjagd für den TV sein, welcher vor dem Spieltag nur Tabellenachter war, die Saison jedoch, sieben Punkte vor dem SV 09, auf Tabellenplatz zwei beendete.

Flutlicht und Kunstrasen haben sich rentiert

Doch auch wenn die Premiere bei den Bodestädtern nicht unbedingt in guter Erinnerung geblieben ist, haben sich sowohl der Kunstrasenplatz als auch die Flutlichtanlage auf selbigem rentiert. Der vergangene Winter hat gezeigt, wie wertvoll es sein kann, auch in der kalten Jahreszeit im Rhythmus zu bleiben. Und auch in den kommenden Monaten kann der Verein von seiner Vorausplanung zu Beginn der 2000er Jahre profitieren. Im Januar oder Februar können zumindest die Nachwuchsfußballer nach der neuesten Änderung der SARS-Co-2-Eindämmungsverordnung frühzeitig auf den Platz zurückkehren. Ein Luxus, den viele Vereine im Salzlandkreis nicht haben.