Staßfurt l Es krachte. Und ein bisschen wackelte das Tor auch, als Marco Janich mit seinen Stollen gegen den Pfosten hämmerte. Der Keeper des SV 09 Staßfurt ärgerte sich. Er stand im Zweitrunden-Duell im Landespokal gegen den Reginalligisten VfB Germania Halberstadt etwas zu weit vor seinem Kasten. Das nutzte Batikan Yilmaz mit einem Sonntagsschuss, der sich zum 1:0 der Gäste in den Knick senkte (13.). Dass es sich dabei um den einzigen Treffer des Tages handeln sollte, hatte kaum einer der 337 Zuschauer vermutet. Doch die Staßfurter präsentierten sich defensiv bis auf diese Aktion eben makellos und machten es dem Viertligisten sehr schwer.

Der Staßfurter Coach Jens Liensdorf nahm seinen Schlussmann beim VfB-Führungstreffer, gleichzeitig die erste Chance im Spiel, aber in Schutz: „Er konnte da kaum etwas machen. Wir standen vorher taktisch schlecht und haben dem Gegner zu viel Platz gelassen.“

Das kam jedoch, wie erwähnt, nur sehr selten vor. Die Staßfurter haben diszipliniert und konzentriert verteidigt und wirkten in der neu formierten Viererkette sehr abgeklärt. Auch ein Systemwechsel spielte dabei eine Rolle. Liensdorf ließ im 4-1-4-1-System spielen und ersetzte einen seiner Stürmer durch Aaron Zöger als zusätzlichen Abräumer vor der Abwehr. „Er hat das sehr gut gemacht“, lobte er den Youngster. „Wir haben durch dieses System Sicherheit bekommen und deshalb gut ins Spiel gefunden.“ Die großen Chancen konnten die Gäste deshalb in der Folge nicht verbuchen. Wenngleich auch die 09er das letzte Drittel nur selten erreichten.

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Szenenapplaus gab es eher für Defensivaktionen, die den Staßfurtern immer wieder gelangen, wie eine Grätsche von Steven Stachowski, der Dennis Blaser den Ball abnahm (22.). Bis auf einen weiteren Schuss von Patrik Twardzik, der knapp vorbei ging (43.), war es das in Sachen Halberstädter Offensivbemühungen in Hälfte eins.

Zur zweiten Halbzeit brachte Liensdorf dann Mathias Nagel für Marcel Mähnert. Das brachte die stabile Defensive zwar nicht durcheinander, der neue Innenverteidiger sah aber bereits nach vier Minuten Gelb (49.). Und das sollte sich nach weiteren Halberstädter Chancen und guten Janich-Paraden (61./65.) rächen. Nach einem weiteren Foul an Yilmaz sah Nagel Gelb-Rot (71.). Da sich der Torschütze aber im Anschluss an dieses Foul nicht beherrschen konnte und handgreiflich wurde, musste er mit glatt Rot runter.

Dramatische Schlussphase

Zehn gegen zehn hieß es also in einer dramatischen Schlussphase. Zunächst kratzte Janich spektakulär einen Freistoß aus dem Winkel (86.). Fast direkt im Gegenzug gab es dann die einzige Großchance für Staßfurt. Einen weiten Freistoß verlängerte Evgeni Denisenko per Kopf auf Matthis Härtl, der mit seinem Schuss am Torwart scheiterte. Der aufgerückte Stachowski köpfte den zweiten Ball drüber (88.). Nach einer weiteren starken Parade von Janich (89.) wurde das Spiel pünktlich abgepfiffen. Doch ärgern musste sich der Staßfurter Keeper dann nicht mehr. Denn seine eigene Leistung passte. „Er hat gut gehalten und der Abwehr Sicherheit gegeben“, sagte Liensdorf. Und auch die Leistung des kompletten Teams stimmte. Darauf kann sich für den Punktspielbetrieb aufbauen lassen.

Tor: 0:1 Batikan Yilmaz (13.), SR: Lukas Müller (Magdeburg), ZS: 337