Atzendorf l Die weiteste Anreise werden wohl definitiv Lukas Fiser, Petr Hranicka und Karel Tupy haben. Die drei tschechischen Spieler vom Fußball-Landesklassisten ZLG Atzendorf wissen wie alle anderen Spieler seit etwa gut einem Monat, dass die Atzendorfer am Mittwoch ein Nachholspiel gegen den SV Concordia Harzgerode (Anstoß 18 Uhr) vor der Brust haben. Und sie wollen tatsächlich die weite Reise auf sich nehmen, um dem Team im Heimspiel zu helfen. „Sie wollen dafür vielleicht einen Urlaubstag nehmen“, erklärt der sportliche Leiter Bernhard Knoll. Ein vorbildlicher Einsatz, der den Zusammenhalt und den Teamgeist in Atzendorf gut versinnbildlicht.

Natürlich hat keiner Lust bei den Blau-Weißen auf ein Spiel am Mittwochabend. Die Atzendorfer hatten eine Spielverlegung beantragt in den Mai, das wurde vom Gegner abgelehnt. „Wir jammern ein bisschen. Aber es hilft nichts“, so Knoll. So reisen die Spieler also aus allen Himmelsrichtungen direkt nach der Arbeit an, damit die ZLG genügend Spieler aufbieten kann. „Das Spiel wird auf jeden Fall stattfinden. Ich hoffe, dass wir wenigstens zwei Auswechsler haben“, sagt Knoll. Nur Stefan Rock und Tobias Sura müssen passen. Der Rest des Kaders will es einrichten. Und nimmt dafür nicht so eine weite Anfahrtsstrecke wie die Tschechen auf sich, aber reist doch ein gutes Stückchen an. Marcel Maier arbeitet im Sodawerk in Staßfurt bis 17  Uhr, Arthur Knoll in Magdeburg in der Finanzdirektion bis 16.30 Uhr und Philipp Voigtländer, der bei VW arbeitet, reist extra aus Braunschweig an. Auch Oldie Steffen Linsdorf, der sich mit einem dicken Knie herumärgert, könnte wieder aushelfen. „Die Spieler geben sich größte Mühe“, freut sich Knoll, der selbst später kommen wird, weil der Lehrer „noch Elternsprechtag hat“.

Aber wegen der besonderen Umstände ist auch unklar, was von diesem Spiel erwartet werden kann. Warm machen ist bei vielen Spielern nicht drin, „der Kopf ist nicht frei. Das ist für alle Spieler eine richtige Belastung.“ Zwei Meinungen über die Zielstellung gegen den Vorletzten gibt es trotzdem nicht. „Wir wollen die drei Punkte. Wir dürfen aber nicht zu euphorisch sein. Gerade nach dem Sieg in Nienburg müssen wir die Jungs auch erden. Wir brauchen Geduld.“ Kontrollierte Offensive nach dem Ausschütteln der müden Körper könnte eine gute Idee sein. Dann könnte es etwas werden mit dem Heimsieg.