Neugattersleben l Marcel Maier legte sich den Ball zurecht. Er wirkte völlig entspannt. Und auch die Ausführung ließ daran keine Zweifel aufkommen. Der Verteidiger der ZLG Atzendorf versenkte die Kugel in der 37. Minute des Achtelfinalspiels im Salzlandpokal vom Punkt aus souverän und brachte seine Blau-Weißen auswärts beim VfB Neugattersleben mit 1:0 in Führung. Die Gäste ließen im zweiten Durchgang noch zwei weitere Treffer folgen und ziehen mit dem 3:0-Sieg in das Viertelfinale ein.

Und ein Stück weit war die Elfmeter-Szene von Maier bezeichnend für die hervorragende Form der Atzendorfer. Denn mit zuvor vier Siegen aus fünf Spielen ging das Team aus der Landesklasse mit einer breiten Brust in das Duell. Und so klappte es auch endlich mal vom Punkt. Da hatte die ZLG in den vergangenen Monaten so ihre Probleme. „Es haben schon so viele verschossen, da haben wir keinen festen Schützen mehr“, sagte ZLG-Coach Heinz Weile. „Es soll der schießen, der sich gut fühlt.“

Und nach dem Foul des VfB-Keepers Candy Ledel an Sebastian Tolle und dem fälligen Strafstoß war das eben Maier. Doch mit diesem Treffer stellte er die Partie etwas auf den Kopf. Denn abgezeichnet hatte sich diese Führung nicht. Obwohl Neugattersleben in der Salzlandliga und damit eine Klasse unter den Gästen spielt, war es eine Partie auf Augenhöhe. Mindestens. Über weite Strecken gaben die Schwarz-Gelben sogar den Ton an. Das Ergebnis täuscht etwas über die Verhältnisse auf dem Platz hinweg, das musste auch Weile zugeben: „Es war keine großartige Leistung von uns. Neugattersleben hat das gut gemacht, aber sie hatten kein Glück.“

Pokalfight angenommen

Und eben dieses ist der ZLG im Moment hold. So gingen sie in einer starken Phase der Gastgeber, die durch Alexander Friedrich (26.), Tim Pülicher (30.) und Philipp Landgrabe (36.) schon einige Chance hatten, in Führung. „Wir haben die Tore in den richtigen Momenten erzielt“, nennt Weile den Hauptgrund für den Sieg. Natürlich lobt der Coach auch den Einsatz seines Teams. „Wir haben den Pokalfight angenommen und alle super gekämpft.“

Zudem haben die Gäste einige Ausfälle gut kompensiert. Weil mit Lukas Fiser und Sascha Eisenträger beide Keeper ausfielen, musste Christian Hirschfeld aus der zweiten Mannschaft ran. Und er hielt die Null. „Er hat seine Sache sehr ordentlich gemacht“, lobte Weile. Der Ersatz für Abwehrchef Philipp Voigtländer war Marcus Brüggemann, der eigentliche Co-Trainer.

In Hälfte zwei gab es ein ähnliches Bild. Wieder war der VfB am Drücker, wieder ließ er in Person von Landgrabe (50.) und Alexander Weise (56.) gute Möglichkeiten liegen. Die passende Antwort gab es von den Gästen. Maier zog aus dem Hinterhalt ab und der Torwart parierte zunächst. Doch Tolle nutzte den Abpraller und stellte auf 2:0 (59.). Erneut hat die ZLG Atzendorf genau im richtigen Moment „zugestochen“.

Auch als der Torschütze nur drei Minuten später mit Gelb-Rot runter musste, änderte sich nichts am Spiel: Der VfB investierte viel, aber die Gäste haben getroffen. Maximilian Gehrke setzte gut nach und bediente Kai Hänsch, der das 3:0 erzielte (77.). Auch in Unterzahl blieben die Gäste eiskalt. „Und das ist in solchen Spielen entscheidend“, sagte Weile.

ZLG Atzendorf: Hirschfeld - Maier, Brüggemann (73. Stange), Tupy, Rapavy, Hänsch, Hranicka, Mi. Gehrke, S. Rock, Tolle, Ma. Gehrke (85. Siebert)

Tore: 0:1 Maier (37.), 0:2 Tolle (59.), 0:3 Hänsch (77.), SR: Maximilian Peter Müller (Gatersleben), ZS: 91, GRK: Tolle (62.)