Staßfurt/Calbe l Klarer Favorit ist in dieser Partie der Gastgeber. Die 09er sind aktuell Tabellenzweiter und nur durch das schlechtere Torverhältnis hinter dem Punktgleichen Spitzenreiter FC Einheit Wernigerode positioniert. Die Calbenser kämpfen indes in den Niederungen der Tabelle gegen den Abstieg. Sie liegen auf dem ersten Nichtabstiegsplatz mit vier Zählern Vorsprung auf die gefährliche Zone.

Keiner will verlieren

Dennoch verspricht das Spiel Spannung, auch wenn die Rivalitäten über die Jahre nachgelassen haben: „Geographisch gesehen ist es definitiv ein Derby und in der Geschichte war das immer eine sehr sehr heiße Angelegenheit“, erinnert sich Staßfurts Trainer Jens Liensdorf zurück. „Mittlerweile ist der Derbycharakter aber nicht mehr so da, wie es vielleicht noch vor zehn Jahren war. Das hat sich schon verändert. Nichtsdestotrotz sind es immer interessante Partien zwischen beiden Mannschaften. Die Spieler kennen sich untereinander und natürlich will keiner verlieren“, ergänzt Liensdorf.

Der SV 09-Coach hofft auf einen kleinen Vorteil durch den heimischen Kunstrasenplatz. „Wir haben in den letzten Wochen auch auf Kunstrasen trainiert. Das spielt uns vielleicht ein bisschen in die Karten“, hofft Liensdorf auf diesen Heimvorteil. Personell hat der Trainer indes nur wenige Sorgen. Zwar fällt mit Stürmer Matthias Härtl, der im Spiel gegen Gardelegen einen vierfachen Bruch des Schlüsselbeins erlitt, einer der Führungsspieler des Teams aus, ansonsten erwartet Liensdorf aber nahezu seinen kompletten Kader einsatzfähig. Ob der torgefährliche Benjamin Kollmann Härtl in der Startelf ersetzt, wollte Liensdorf noch nicht verraten. „Es gibt ein, zwei Spieler, die jetzt natürlich in der Pflicht sind um den Ausfall von Matthias Härtl auszugleichen. Jeder hat die Chance sich im Training aufzudrängen. Klar ist aber auch, dass Benjamin Qualitäten hat, mit denen er ein Spiel entscheiden kann“, so Liensdorf.

So einen Mann haben auch die Calbenser in ihren Reihen. Thomas Hellige, mit zehn Toren führender der Torjägerliste. Doch TSG-Coach Christian Harant „ist kein Freund davon, alles an einen Spieler festzumachen. Das wäre der falsche Ansatz“, erklärt der Übungsleiter. Denn die TSG zeichnete, vor allem gegen stärkere Gegner, die mannschaftliche Geschlossenheit aus. Genau die soll die Calbenser auch gegen den SV 09 zum Erfolg führen. „Wir sind der klare Außenseiter. Und genau aus dieser Rolle heraus wollen wir für eine Überraschung sorgen. Die Tagesform wird entscheidend sein“, gibt sich Harant optimistisch.

Aber auch für den Coach der TSG ist das Spiel „kein besonderes. Von der Entfernung her ist es schon ein Derby, aber so extrem wie früher, wo die Spieler nur für einen Verein kickten, ist es nicht mehr.“ Dennoch zweifelt der Coach nicht an der Intensität, welche die Spieler an den Tag legen werden. Bei der TSG werden dabei nicht alle helfen. Fünf Spieler werden fehlen, wer es sein wird, wollte der Coach aber nicht verraten.