Atzendorf l Es lief die letzte Minute der Nachspielzeit. Philipp Horn brachte die Ecke nochmal rein für die ZLG Atzendorf, die kurz zuvor schon zum 2:2-Ausgleich gegen Wacker Felgeleben kam. Doch das Landesklasse-Duell hatte noch einen letzten Höhepunkt zu bieten. Der Ball segelte zunächst an allen Spielern vorbei. „Die Atzendorfer haben im gesamten Spiel nicht eine vernünftige Ecke hereingebracht, doch dann schon. Unsere Zuteilung war nicht gut“, so Felgelebens Co-Trainer Uwe Oschmann.

Und so ließen die Wacker-Spieler Chris Güttel am langen Pfosten ungedeckt. Als der Ball noch bis zu ihm durchkam, „hat er sich erschreckt“, beschrieb es Bernhard Knoll, der sportliche Leiter der ZLG, „aber doch noch rechtzeitig den Kopf hingehalten“. So ging das Spiel 3:2 (1:0) für die Atzendorfer aus, doch in der Einschätzung waren sich beide Seiten einig. „Es war ein glücklicher Sieg, ein 2:2 wäre gerecht gewesen“, sagte Knoll. „Uns hat es in den letzten fünf Minuten an Konzentration gefehlt. Ein Unentschieden hätten wir aber verdient gehabt“, schätze Oschmann ein. „Es haben nur Kleinigkeiten gefehlt, die Einstellung hat gestimmt“, ergänzte der Co-Trainer.

Und das war nicht selbstverständlich. Denn weil Wacker Felgeleben schon erklärte, im nächsten Jahr definitiv wieder in die Salzlandliga zurückzukehren und der Pokalfinalist aus Atzendorf seinen Mittelfeldplatz sicher hat, ging es in diesem Duell nicht mehr um viel. Was Knoll auch bemängelte: „Es wurde vorher schon so ein wenig als Freundschaftsspiel abgestempelt, das darf nicht sein. Die Einstellung war nicht da, die Köpfe waren nicht frei. Viele haben schon das Finale im Kopf, keiner will sich verletzten. Das ist eine kleine Last.“

Vor allem Milan Camsky und Vladimir Flegl machten für die ZLG Betrieb, Knoll war das Spiel jedoch „zu rechtslastig“. Denn vor allem, was den letzten Pass angeht, waren die Gastgeber zu einfallslos. Was Oschmann, der kurzfristig auf Chris Müsing und Andy Drewes verzichten und umstellen musste, freute: „Wir haben das Spiel lange offen gehalten und sind dann unglücklich in Rückstand geraten.“ Nach einem Foul von Tobias Kunze an Kai Hänsch gab es Strafstoß, den Marcel Maier zum 1:0-Halbzeitstand verwandelte.

Nach der Pause haben die Gäste laut Oschmann „das Spiel gut angenommen“, kamen durch zwei Tore von Florian Schmidt zur 2:1-Führung (72.). „Mehr Chancen hatte Felgeleben auch nicht. Aber es war auch in Ordnung so, weil uns nichts einfiel“, kommentierte Knoll, beobachtete aber, wie die Einstellung der Atzendorfer in der Schlussphase zurückkehrte. Die Gastgeber lösten die Viererkette auf, schmissen alles nach vorn und kamen dadurch nicht nur zum Ausgleich, sondern sogar zum Sieg.