Burg/Staßfurt l Die Liste der Ausfälle beim SV 09 Staßfurt vor der ersten Runde im Sachsen-Anhalt-Pokal beim Burger BC morgen um 15 Uhr ist lang, den Humor hat Trainer Jens Liensdorf aber nicht verloren. „Axel Quednow wird mir leider nicht zur Verfügung stehen“, sagt er mit einem Lächeln. Natürlich war der 46-jährige Co-Trainer nicht wirklich eingeplant, auch wenn er beim letzten Spiel der Staßfurter auf dem Platz stand. Auch damals beim 0:4 gegen Union Schönebeck sah es personell nicht gut aus.

Doch das ist 25 Tage her. Seitdem weht der symbolische Strohballen über den Platz. Testspiele absolvierten die 09er nicht mehr. „Wir sind trotzdem gut vorbereitet“, macht der Trainer deutlich. Dass mit Toni Härtge, Lukas Möller, Marc Burdack, Nick Unger, Stefan Stein, Dustin Abresche und voraussichtlich Benjamin Kollmann „fast die halbe Mannschaft fehlt“, macht den Coach nicht weniger optimistisch: „Da müssen wir die Karten neu mischen. Ich hoffe, dass ich ein gutes Händchen habe.“

Fakt ist: Es wird Überraschungen geben in der Startformation der Staßfurter, die diese Aufgabe trotzdem mit voller Konzentration angehen. „Die Saison beginnt mit diesem Spiel. Und es ist eine Standortbestimmung.“ Mit dem BBC wartet ein Kontrahent aus der Landesliga Nord, der ein ähnliches Niveau mitbringt. „Unsere Chancen liegen bei 50 Prozent, ich sehe keinen Favoriten in diesem Spiel“, so Liensdorf.

Keine guten Erinnerungen

Für den Coach des SV 09 ist das Auftaktlos im FSA-Pokal dennoch „sehr undankbar“. Zum einen hätte er sich im Landespokal lieber ein Heimspiel gewünscht, zum anderen hat er „keine guten Erinnerungen“ an den Gegner. In der Vorsaison gelang dem SV 09 Staßfurt gegen den Burger BC kein Sieg, beim 0:2 vor eigener Kulisse sprach Liensdorf sogar vom „schlechtesten Spiel“, seit er Coach des SV 09 ist. In der Rückrunde im Jerichower Land rettete Kollmann mit einem Tor in der Nachspielzeit gerade so einen Punkt.

Doch nun sind mehrere Monate und eine Wechselperiode vergangen. Zwar hat sich der BBC was Transfers angeht ähnlich zurückhaltend gezeigt wie der SV 09, mit Fiete Walter haben sie aber einen Mittelfeldspieler mit Oberliga-Erfahrung dazugewonnen. Andererseits ging mit Stürmer Jack Schubert aber auch eine „tragende Säule“ verloren. Das Team ist laut Liensdorf „schwer einzuschätzen“. Gerade, weil es das erste Spiel in dieser Saison ist. Doch Liensdorf findet in diesem Zusammenhang anerkennende Wort für seinen Gegenüber, BBC-Coach Marcel Probst. „Er ist ein erfahrener Trainer und hat für viele Situationen die richtige Lösung.“

Was sich anhört wie tiefstapeln, ist im Endeffekt aber auch der Respekt für den Kontrahenten. Denn es hätte aus Staßfurter Sicht sicher dankbarere Gegner geben können, Liensdorf macht im Bezug auf die vergangene Saison aber auch klar: „Sie haben uns in diesen Spielen ja auch nicht ihren Stempel aufgedrückt.“ Es waren Defizite des SV 09, die ein besseres Abschneiden verhindert haben. „Uns fehlte die Zielstrebigkeit und die Kaltschnäuzigkeit.“ Und genau das soll dieses Mal anders werden. „Die Einstellung muss passen.“ De Trainer fordert einen aggressiven Fußball. „Wir müssen über den Kampf und eine hohe Laufbereitschaft ins Spiel kommen.“ Auch einen schnellen Fußball will der Trainer sehen. Auch wenn der Kader dezimiert ist, sieht er einige Kandidaten, die jede Menge Geschwindigkeit mitbringen.

Die Staßfurter müssen beim Saisonauftakt nun beweisen, ob sie auch mit einem dünnen Kader zurechtkommen. Und auch, dass die fehlenden Testspiele tatsächlich keine Auswirkungen haben. Andernfalls wird die Reise im Sachsen-Anhalt-Pokal schon sehr schnell beendet sein.