Atzendorf l Während die ZLG Atzendorf nach der 2:3 (2:3)-Niederlage gegen den TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens weiter auf den ersten Punktgewinn im Jahr 2019 wartet, geht die Erfolgsserie der Gäste weiter. Die Kleinmühlinger feierten in der Fußball-Landesklasse den vierten Sieg in Serie. Dabei spiegelte das Endresultat die derzeitige Stimmungslage beider Mannschaften ebenso wider, wie die Gesichtsausdrücke der beiden Trainer nach dem Schlusspfiff. Während Atzendorfs Übungsleiter Heinz Weile schulterzuckend in Richtung Kabine ging und ziemlich ratlos wirkte, grinste Kleinmühlingens Coach Christoph Berlau bis über beide Ohren.

Flegl trifft früh

Dabei herrschte zu Beginn der Partie eine völlig andere Stimmungslage. Denn nicht die derzeit erfolgsverwöhnten Gäste legten los wie die Feuerwehr, sondern die mental doch etwas angeschlagenen Atzendorfer. Folgerichtig ging die ZLG früh in Führung. Nach einem sehenswerten Angriff über die rechte Seite spielten sich die Platzherren bis zur Grundlinie durch, legten den Ball quer und Vladimir Flegl musste nur noch einschieben – 1:0 (9.).

Während die Kleinmühlinger auch durch diesen Gegentreffer nicht aus ihrer Lethargie erwachten, stürmte die Weile-Elf weiter nach vorn. Zunächst jedoch ohne Erfolg, denn ein zweiter Treffer wollte trotz guter Möglichkeiten zunächst nicht gelingen. In Spielminute 25 zappelte der Ball dann aber doch wieder im Netz der Grün-Weißen. Nach einem Freistoß war es erneut Flegl, der sich in die Torschützenliste eintrug. „Den Freistoß haben wir schnell ausgeführt und den Gegner damit überrumpelt“, freute sich Atzendorfs Trainer Weile über die gelungene Aktion. Doch die Freude über den Zwei-Tore-Vorsprung währte nur wenige Minuten. Jonas Ehme verkürzte nämlich zum 2:1 (29.) und wie aus dem Nichts waren die Gäste plötzlich im Spiel angekommen. „Er hat gut spekuliert und im Fünfmeterraum auf den zweiten Ball gelauert“, lobte Christoph Berlau das gute „Näschen“ seines Torschützen.

Durrhack steht goldrichtig

Danach brauchten die Kleinmühlinger dann nicht lange, um die Partie vollends zu drehen. Nach einem Doppelpass zwischen Philipp Schmoldt und Felix Iwan wurde Martin Glaser freigespielt und der Winterneuzugang ließ sich nicht zweimal bitten und traf zum 2:2 (36.). Die geschockten Gastgeber bekamen in der Folge gar keine Zeit, diesen Rückschlag zu verkraften, denn nur zwei Minuten später musste Atzendorfs Torhüter Lukas Fiser den Ball erneut aus dem Netz holen. Diesmal wurde ein Schmoldt-Freistoß verlängert und Sebastian Durrhack stand goldrichtig und traf zum 3:2 (38.). Was zu diesem Zeitpunkt niemand wusste: Es war bereits der Siegtreffer.

Niveau sinkt

Denn nach der Halbzeit sank das spielerische Niveau auf beiden Seiten immer weiter. Zwar ergaben sich für die Gäste einige Kontersituationen, die beste vergab Glaser (65., drüber), doch wirklich Gefahr strahlten beide Mannschaften nur noch selten aus. Allerdings hätten die Atzendorfer durchaus auch noch den Ausgleich erzielen können. Marcel Maier (70.) scheiterte aber an TSV-Keeper Sebastian Brandt. Flegl überwand ihn wenig später, hatte seinen Körper aber zuvor im Zweikampf aus Sicht des Unparteiischen ein wenig zu rabiat eingesetzt.

Als Atzendorfs Philipp Horn sich dann eine völlig unnötige Diskussion mit dem Schiedsrichter lieferte und Gelb-Rot sah (82.) war das Spiel endgültig entschieden.