Barleben/Atzendorf l Der fehlende beobachtende Blick von außen hatte Marcus Brüggemann schon gefehlt. Aber weil der Co-Trainer der ZLG Atzendorf aus der Landesklasse III ein Sportler mit Leidenschaft ist, war es keine Frage, dass er sich am Sonnabend bereithält. Im ersten Pflichtspiel des Jahres war die ZLG auswärts beim Ummendorfer SV gefordert.

Und weil die Grippewelle auch in Atzendorf seit Wochen grassiert und mit Marcel Maier, Sebastian Tolle, Kay Faatz und Kai Hänsch gleich vier Spieler aus Krankheitsgründen ausfielen, schnürte Brüggemann selbst seine Töppen. „Ich habe Knieprobleme, stehe überhaupt nicht im Saft. Eigentlich kann ich nicht spielen“, erläuterte der 32-Jährige. Doch er musste. Zur zweiten Halbzeit wurde Brüggemann für Michael Gehrke eingewechselt und sollte in der Sturmzentrale für Gefahr sorgen.

Das gelang nicht. Atzendorf verlor die Partie auf Kunstrasen in Barleben klar mit 0:4 (0:1). Und zwar völlig verdient. „Unsere Abwehr hatte über 90 Minuten gar keine Entlastung, die stand permanent unter Druck“, sagte Brüggemann. „Ummendorf hat starkes Pressing gespielt und viel mit Diagonalbällen aus der Zentrale agiert.“ Da war vor allem die Abwehr um das neu formierte Innenverteidiger-Duo Karel Tupy, der sonst im zentralen Mittelfeld spielt und Phillip Voigtländer stark gefordert. Aber gerade Voigtländer, der ja sonst Marcel Maier als Partner neben sich stehen hat, trat sehr selbstbewusst auf. „Er hat ein klasse Spiel gemacht und viele Bälle erlaufen“, lobte Brüggemann. „Und es stand ja ewig 0:0.“

Doch eines sollte nicht passieren: Kurz vor der Halbzeit einen Treffer kassieren. Und so war das 0:1 durch Felix Krause auch ein mentaler Nackenschlag (45.). Der die Blau-Weißen vor allem in der zweiten Halbzeit sehr beschäftigte. Erst köpfte Kai Heimrath nach einer Ecke die Hausherren mit 2:0 in Front (58.), drei Zeigerumdrehungen später erhöhte Rene Hasse auf 3:0 (61.). Da war die Partie für Atzendorf gelaufen. In der Schlussphase machte Hasse mit seinem zweiten Treffer den Deckel drauf (81.).

Bezeichnend: Sowohl das 0:1, als auch das 0:3 und das 0:4 fielen nach dem gleichen Schema. Nach langen Diagonalbällen spielte Ummendorf seine Offensivspieler sehenswert frei und kam zu freien Chancen. Trotzdem waren die Atzendorfer am Ende nicht zu Tode betrübt. Denn unter den gegebenen personellen Voraussetzungen war einfach nicht mehr drin. „Alle haben sich bemüht“, drückte es auch Brüggemann aus, der aber auch die Klasse des Gegners neidlos anerkennen musste. „Ummendorf ist eine der spielstärksten Mannschaften der Liga“, sagte er. Und hatte zudem im neuen Jahr schon zwei Pflichtspiele absolviert. Gegen die noch kalten Atzendorfer hatte der Aufsteiger somit auch einen Rhythmusvorteil.

Erleichterung

Aber nun: Das erste Spiel ist zumindest mal absolviert. „Da sind wir definitiv erleichtert.“ Immerhin musste die ZLG sechs Spielabsagen in Folge über sich ergehen lassen. Und hat somit in nächster Zeit permanent englische Wochen. Am kommenden Osterwochenende steht Atzendorf zudem ein Doppelspieltag ins Haus. Da wird auch Marcus Brüggemann wegen der Belastung sicher noch ein paar Mal als Spieler gebraucht. Vielleicht war es also gar nicht so schlecht, dass der Co-Trainer am Sonnabend Spielpraxis sammeln musste.

Atzendorf: Fiser – C. Rock, Sonnefeld, Voigtländer, Tupy, Hranicka, Ma. Gehrke (64. Nöpel), Sura, Mi. Gehrke (46. Brüggemann), S. Rock, Knoll

Tore: 1:0 Felix Krause (45.), 2:0 Kai Heimrath (58.), 3:0 und 4:0 Rene Hasse (61. und 81.); SR: Markus Mende (SV Langenstein); ZS: 51