Staßfurt l  Am Ende belegte die Elf von Trainer Jens Liensdorf den dritten Platz. Nach der Vize-Meisterschaft im Vorjahr – die Staßfurter Fußballer verspielten den Verbandsliga-Aufstieg erst am letzten Spieltag durch ein 2:4 beim SV Westerhausen – galt es in der Saiosn 2018/2019, diese Leistungsstärke zu bestätigen. Mit Rang drei in der Endabrechnung gelang dies unter dem Strich. Dennoch muss man festhalten, dass für die Bodestädter noch mehr möglich gewesen wäre.

Durchwachsener Beginn

Jedoch standen die Vorzeichen dafür zunächst schlecht. Zahlreiche Verletzte sorgten für eine äußerst dünne Personaldecke. Folgerichtig begann die Spielzeit mit durchwachsenen Ergebnissen. In den ersten fünf Saisonspielen gab es zwei Remis, zwei Siege und eine Niederlage. Doch dann füllte sich der Kader und auch das Punktekonto. Bis zur Winterpause gab es danach fünf Siege in Serie, eine Niederlage beim MSC Preussen und anschließend eine weitere Siegesserie von fünf Spielen. Dadurch feierten die Bodestädter Weihnachten als Tabellenführer. „Die Endphase der Hinrunde war unser absolutes Hoch. Wir konnten in den Spielen auch nach der 70. Minute den Speed nochmal erhöhen. Das Spiel gegen Irxleben (3:0-Sieg/Anm. d. Red.) war dabei aus meiner Sicht besonders stark“, blickt Jens Liensdorf zurück.

In der Rückrunde war der Höhenflug des SV 09 dann aber schnell vorbei. Auch wenn die Staßfurter dem späteren Meister Einheit Wernigerode beim 2:2 einen Zähler abtrotzten, gab es immer wieder unnötige Punktverluste. Zudem kam es im Umfeld zu gewaltiger Unruhe. Vereinschef Ralf Möller trat von seinem Amt zurück und beklagte auch die Söldnermentalität innerhalb der Mannschaft. Es passte ins Bild, dass nur wenige Tage später auch sportlich keine Struktur mehr zu erkennen war. Gegen Schlusslicht Schwarz-Gelb Bernburg setzte es eine deftige 0:4-Heimklatsche. „Das war das tiefste Tief in meiner Zeit beim SV 09“, sagt Liensdorf rückblickend. „Man darf gegen den Tabellenletzten nicht fünf Punkte liegen lassen, wenn man den ganz großen Coup landen möchte“, fügte Liensdorf an, warum er und sein Team den Traum von der Verbandsliga frühzeitig ad acta legen mussten.

Wichtige Spiele verloren

Ein weiterer Grund dafür waren allerdings auch die Pleiten in den Topspielen. Gegen den MSV Börde, den MSC Preussen, bei Grün-Weiß Ilsenburg und auch in Gardelegen gab es in der Rückrunde keinen Erfolg. Alle Spiele wurden verloren. „Es war ärgerlich, dass wir die wichtigen Spiele nicht siegreich gestalten konnten“, sagt Liensdorf. Neben den Querelen innerhalb des Clubs (Liensdorf: „Man kann verstehen, dass die Spieler sich Gedanken machen“) waren aber auch erneute personelle Probleme dafür verantwortlich. So verletzten sich beispielsweise Nick Unger und Matthias Oehme schwer am Knie. Chris Horstmann litt an langwierigen Leistenproblemen. „Wir hatten über die ganze Saison immer wieder Probleme. Dadurch kam es zu vielen Positionswechseln und wir haben viel improvisieren müssen“, fasst Staßfurts Trainer zusammen.