Güsten l Er lächelte, presste Daumen und Zeigefinger zusammen und hielt seine Hand in Richtung der Kinder. „Reingeguckt“, sagte Ivan Klasnic mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht. Den kleinen freundschaftlichen Schlag auf die Schulter ließ er sich nicht nehmen. Der ehemalige Fußball-Profi, der über 150 Bundesliga-Spiele für Werder Bremen bestritt, war am Sonnabend zu Gast in Güsten. Beim Nachwuchs-Camp des Warmsdorfer SV war er als einer der Trainer aus dem Kick‘n Body-Team ganz eindeutig für den Spaß zuständig.

Denn wäre der 38-Jährige nicht doppelt so groß gewesen wie die 20 teilnehmenden Nachwuchs-Kicker, hätte man vermuten können, Klasnic ist selbst noch ein Kind. Ob nun mit dem Wasserschlauch in der Hand, mit lustigen Sprüchen oder kleinen Streichen - der Blondschopf sorgte bei allen Beteiligten für viel Gelächter. Mit seiner bodenständigen Art, immerhin ist der ehemalige Stürmer Deutscher Meister und Pokalsieger, kam er vor allem bei den Kindern gut an.

Denn denen bereitete das zweitägige Camp jede Menge Spaß. Das wusste auch Ronny Omnitz vom Warmsdorfer SV, der das erste Camp dieser Art in Güsten möglich machte: „Die Kinder sind begeistert, sie machen das Training gut mit. Das ist eine gelungene Abwechslung.“ Aber das Team von Kick‘n Body hat sich für die Hitze auch etwas Besonderes einfallen lassen. „Das ist schon extrem, auch für uns“, sagte Trainer Mike Rietpietsch, der ebenfalls einige Bundesliga-Spiele aber auch schon viel Erfahrung als Übungsleiter mitbringt. Schon in Förderstedt richteten er und sein Team zwei Nachwuchs-Camps aus. In Absprache mit den Förderstedtern konnte Omnitz, der beim WSV bis vor kurzem die D-und E-Junioren betreute, sich nun aber mehr in den „organisatorischen Bereich im Hintergrund“ zurückzieht, das beliebte Trainerteam nun also erneut in den Salzlandkreis locken. Bei deutlich über 30 Grad sah das Programm dieses Mal aber anders aus als in Förderstedt. Nachdem „Scherzkeks“ Klasnic Kollegen und Kinder nass gespritzt hatte, füllte er Eimer, Körbe und Kisten mit Wasser. „Wir haben es ein bisschen aufgelockert und haben viele Wasserspiele integriert“, so Rietpietsch. „Die Kinder sollen ja ihren Spaß haben.“

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Und die strahlenden Gesichter sprachen dabei für sich. Denn so konnten die kleinen Fußballer nicht nur die Pausen in der Hüpfburg und am anliegenden See genießen, auch das Training begeisterte die Jungen und Mädchen. Denn das Fußballspielen wurde dann schon fast zum Planschen. Besonders eine Übung hatte es den Kindern angetan. In Gruppen aufgeteilt galt es, möglichst viel Wasser in einen Eimer zu befördern. Und zwar nur mit der Kleidung. Nachdem die Kleinen also im Slalom dribbelten und eine Vorwärtsrolle meisterten, legten sie sich in eine kleine Kiste voll Wasser. Das galt nicht nur der Abkühlung, sondern vor allem dem „Nasswerden“.

Klasnic als "Spaßvogel"

Als die Trainer dann in der zweiten Runde selbst mitmachten, wurde der Spaß noch größer. Klasnic, der mit einer Wasserflasche unter dem T-Shirt schummeln wollte, wurde von seinen Kollegen ermahnt. Natürlich hatten sie ihn auch schon längst als „Spaßvogel“ der Gruppe ausgemacht. Der Sieg ging dann aber tatsächlich an die Klasnic-Gruppe. Und diesen befeierte der Deutsch-Kroate fast so wie seine Treffer im grünen Trikot. Siegerfaust, Handshakes mit den Kollegen und auch ein bisschen Spott für die Gegner. Denn das Team Rietpietsch hatte verloren und musste als Strafe zehn Mal auf die Hüpfburg klettern. Was einfach klingt, war bei dem Wetter eine ziemliche Tortur. Es zauberte aber letztlich nicht nur den Zuschauern, sondern auch den Verlierern ein Lächeln auf die Lippen. Alle Beteiligten hatten bei diesen besonderen Trainingseinheiten eine Menge Spaß. Und darauf kam es an.