Schönebeck l Ein bisschen Spannung kam da schon auf in der Barbarastraße in Schönebeck. Bei der Abteilungsleitertagung des KFV Fußball Salzland am Sonntag mussten die Vereinsvertreter allesamt einen kleinen Stimmzettel ausfüllen. Es ging um die mögliche Reduzierung der 1. Kreisklasse auf nur noch eine Staffel ab der Saison 2019/20. Und die Entscheidung ist gefallen. 39 der 51 anwesenden Vereine sprachen sich für die Reduzierung aus – die einfache Zwei-Drittel-Mehrheit war erreicht. Bei dem immer weiter fortschreitenden Schwund von Vereinen sicher nur ein erster Schritt.

Dennoch konnte der KFV-Präsident Frank Krella am Sonntag auch positive Dinge verkünden. „Der Spielbetrieb läuft stabil, auch wenn es immer weniger Teams werden“, eröffnete er seine Rede. Als positives Beispiel für gute Arbeit in der vergangenen Saison führte er Wacker Felgeleben und den SV Plötzkau an. Denn diese waren in der Saison 2017/18 nicht nur sportlich erfolgreich und realisierten in Salzland- und Kreisliga den Aufstieg, sondern auch fair. Die beiden Vereine zählten zu den Gewinnern des Fair-Play-Preises, der im Februar in Staßfurt nochmal separat verliehen und mit einem Preisgeld honoriert wird.

Außerdem wurden am Sonntag auch zwei verdiente Sportfreunde mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Claus Maseberg (Egelner SV Germania) und Manuel Stein (SV Wacker Westeregeln) durften sich nach ihrer jahrelangen Arbeit für ihre Vereine über die besondere Auszeichnung freuen. Mit dem „Durchhaltepokal“ hatte sich der KFV zudem einen weiteren besonderen Preis einfallen lassen. Denn damit wurde das schlechteste Team der abgelaufenen Saison mit einem Pokal und einem Ball ausgezeichnet. Die E-Junioren der SG Schneidlingen/Unseburg/Tarthun holten in 16 Spielen null Punkte bei einer Differenz von 9:147 Toren. „Der Preis ist der Lohn, dass sie immer angetreten sind und die Gegner damit respektierten“, merkte der KFV-Präsident an.

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Generell konnte Krella ein positives Fazit ziehen. „Wir danken allen Ehrenamtlichen für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Im Großen und Ganzen lief alles bestens.“ Negativbeispiele wie das kürzlich aufgrund einer Schlägerei abgebrochene Testspiel zwischen dem SV Rathmannsdorf und der SG Pobzig/Nienburg II sind dabei „zum Glück die Ausnahme“. Und das konnte Sven Tuchen vom Kreissportgericht mit Zahlen bestätigen. „Es ist eine positive Entwicklung zu beobachten, es gab weniger Verfahren.“ Nur 209 statt 243 Mal wie im Vorjahr musste das Sportgericht eingreifen. Kritik stellte er aber auch auf: „Es gibt zwei Vereine, die seit vier Jahren keinen Schiedsrichter gestellt haben, das geht nicht. Der Spielbetrieb muss gesichert sein.“

Hitzige Diskussion

Als er die Strafen von bis zu 1.600 Euro andeutete, kam reichlich Gegenwind von den Vereinsvertretern. „Ihr solltet uns lieber unterstützen, als Strafen zu verhängen“, hieß es. „Wir versuchen alles, aber finden keine Kandidaten für neue Schiedsrichter“, war ebenfalls der Tenor. Erst Schiedsrichter-Obmann Daniel Otto konnte in die hitzige Diskussion ein bisschen Ruhe einkehren lassen. „Schiedsrichter gehören zum Verein, das muss bei euch ankommen“, wehrte er den Vorschlag ab, dass künftig der KFV die Unparteiischen stellen soll. Fakt ist: Immer weniger Sportfreunde wollen Schiedsrichter werden. Dieses Thema wird den KFV Fußball Salzland noch eine ganze Weile begleiten. Dennoch fand der Spielausschussvorsitzende Mike Klein ein paar, vorerst, abschließende Worte: „Trotz der vielen Diskussionen macht die Arbeit mit euch immer noch großen Spaß.“